17.02.2017

Der Fiskus schaut genau hin

Wer bekommt welches Trinkgeld?

© Andrey Popov

Ein gutes Restaurant zeichnet sich vor allem durch ein ausgezeichnetes Personal in Verbindung mit einer exquisiten Küche aus. Zufriedene Gäste kommen höchstwahrscheinlich nicht nur wieder, sondern geben in der Regel auch ein anständiges Trinkgeld. 

In vielen Betrieben geht das Service-Personal mittlerweile dazu über, die Köche an den Trinkgeldeinnahmen teilhaben zu lassen. Bei rund 5 bis 8 Prozent des Umsatzes im Durchschnitt, wohlgemerkt steuerfrei, kommt einiges an zusätzlichen Einnahmen zusammen, an dem auch das Personal hinter Kulissen seinen Verdienst zu beiträgt. 

Doch wer glaubt, dass Trinkgelder immer steuerfrei sind, der irrt. Der Fiskus hält auch hier gerne seine Hand auf. Daher ist es wichtig, die steuerlichen Spielregeln beim Trinkgeld zu kennen.

Trinkgeld für Arbeitnehmer

Arbeitnehmer können sich freuen. Sie müssen das Trinkgeld nicht versteuern, wenn sie es von einem Dritten freiwillig und ohne Rechtsanspruch erhalten haben. Es fallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge an. Trinkgelder dürfen allerdings nicht vom Arbeitgeber gezahlt werden und müssen zusätzlich zum Arbeitsentgelt fließen. Nur dann sind sie steuer- und sozialversicherungsfrei. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitnehmer vertraglich einen festen Anspruch auf Trinkgeldzahlung hat. Etwa, wenn er feste Bedienungszuschläge erhält. Dann sind sie als Lohnbestandteile in der Gehaltsabrechnung zu berücksichtigen.

Trinkgeld für den Gastronomen

Erhält der Gastronom selbst das Trinkgeld, was bei Einzelunternehmern häufig der Fall ist, sieht die Sache anders aus. Der Fiskus sieht hier eine enge Verknüpfung mit der unternehmerischen Leistung mit der Folge, dass diese als Einnahmen verbucht werden müssen. Somit unterliegen sie der Einkommenssteuer und zusätzlich der Umsatzsteuer.

Wenn der Betriebsprüfer kommt

Die Betriebsprüfer legen ein verstärktes Augenmerk auf Trinkgelder. Wer glaubt, dem Fiskus ein Schnippchen schlagen zu können, der irrt. Mit speziellen Programmen und Plausibilitätsprüfungen decken sie schnell die Trinkgeldzahlungen auf. Sie vergleichen die Kosten der privaten Lebensführung mit der Höhe der Privatentnahmen und stellen so Ungereimtheiten fest, die der Gastronom erklären muss. Gerne wird dann auf Schenkungen verwiesen, doch müssen auch diese nachgewiesen werden.

Gastronomen sind gut beraten, Trinkgelder separat aufzuzeichnen und direkt zu versteuern. Bei Nichtversteuerung muss mit nicht unerheblichen Nachzahlungen und teilweise mit rechtlichen Konsequenzen gerechnet werden.

Quelle: Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller 

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