17.03.2020

Liquidität erhalten

Notfallplan in der Corona-Krise

In Krisenzeiten ist Liquidität das A und O. Viele Unternehmen haben Angst, dass sie in Kürze kein Geld mehr haben und Insolvenz anmelden müssen. Unternehmen müssen jetzt schnell überlegen, wo sie Geld sparen können, damit die Unternehmensfinanzierung die nächsten Monate gesichert ist. 

Kapazitäten reduzieren

Durch die angeordneten Schließungen werden die Verbraucher in den nächsten Wochen weniger konsumieren. Das trifft nicht nur den Bereich der Konsumgüter. Auch viele Produktionsunternehmen reagieren und reduzieren ihre Schichten oder schließen ganz ihre Produktionen. So hat bereits VW angekündigt, wegen des Coronavirus an vielen Standorten die Produktion einzustellen. Produzierende Unternehmen können Ausfälle später nachholen. Bei Dienstleistern ist das leider nicht der Fall. 

Personalbedarf anpassen

Entlassungen sind immer bitter für alle Beteiligten. In der letzten Finanzkrise 2008 haben viele Mittelständler Ihre Belegschaft durch Kurzarbeitergeld halten können. Das kam ihnen in den letzten 10 bis 12 Jahren zugute. Bei vielen Mittelständlern ist die Eigenkapitalbasis durch gute Geschäfte in den 2010er Jahren daher ausreichend, um eine Durststrecke zu überwinden. Andere leben von der Hand in den Hand Mund und agieren auf Kante genäht, übrigens wie offensichtlich viele Vereine der 1., 2. und 3. Bundesliga auch, wie sich nun überraschend herausstellt. 

Für Ihre Mitarbeiter/innen können Sie Kurzarbeitergeld beantragen. Die Bundesregierung hat die Bedingungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld gelockert. Sie können Ihre Beschäftigten vorübergehend weniger arbeiten lassen und senken somit die Lohnkosten. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt zwischen 60 und 67 Prozent des Nettoverdienstausfalls. 

Wenn es gar nicht anders geht, überlegen Sie auch, welche Mitarbeiter/innen Sie kurzfristig entlassen können. Hiervon betroffen sein werden in den nächsten Wochen wohl zuallererst viele Aushilfen, Praktikanten aber auch die vielen freiberuflichen Mitarbeiter, die alle in guten Zeiten für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Aber bei aller wirtschaftlicher Not, Unternehmen, die bei Sonnenschein gerne von Werten sprechen, haben auch in der Krise eine gesellschaftliche Verantwortung.

Kunden ansprechen

In Krisenzeiten ist Vertrauen besonders wichtig. Sprechen Sie Ihre Kunden offen an, statt in Schockstarre zu verfallen. Schildern Sie Ihre Situation. Vielleicht können Sie Ihr Angebot entsprechend anpassen. So hat ein Messebauer nach einer kurzfristigen Absage einer Messe seinen Messestand bei einem Kunden aufgebaut und über ein Internetvideo erfolgreich darüber berichtet.  

Ausgaben stoppen

Jetzt geht es darum, das Geld zusammenzuhalten. Stellen Sie alle Ausgaben auf den Prüfstand. Reduzieren Sie alle nicht notwendigen Kosten. Prüfen Sie, ob Sie Verträge direkt kündigen können. Aber denken Sie daran, auch Ihre Geschäftspartner sind in der Krise. 

Mit Banken sprechen

Sprechen Sie mit Ihrer Bank, wie Sie kurzfristig Kredite erhalten können. Die Bundesregierung hat am 13.3.2020 ein milliardenschweres Maßnahmenpaket für Unternehmen verabschiedet. Sie hat ihre bestehenden Garantien und Förderprogramme ausgeweitet. Das erleichtert auch den Banken die Vergabe von neuen Krediten, damit die Unternehmen so gut wie möglich durch die Krise kommen. 

Bitte bedenken Sie aber: Die Politik hat vollmundig versprochen, niemanden hängen zu lassen und ausreichend Fördermittel bereitzustellen. Allerdings sind diese Ankündigungen noch längst nicht operativ umgesetzt. Viele Banken warten noch auf genaue Informationen. Erwarten Sie daher nicht zu schnelle Lösungen. Bleiben Sie realistisch.

Steuerstundung

Ab sofort können Unternehmen auf einfachem Weg Steuerstundungen und die Herabsenkung von Steuervorauszahlungen beantragen. Finanzbehörden sind angehalten, auf strenge Prüfungen zu verzichten. Damit werden Unternehmen Steuerstundungen im Milliardenbereich gewährt. Eine Maßnahme, die schnell wirkt. 

Dr. Michael Peschke

BPF Best Practice Forum GmbH

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