21.03.2020

Unternehmen ohne Absicherung

Sind Corona-Schäden versichert?

Die Corona-Krise trifft eine Vielzahl von Unternehmen sehr hart. Umsatzausfälle, Verluste und Konkurse sind die Folge. Prominentes Beispiel ist Vapiano. Betroffen sind vor allem Unternehmen

  • mit Kontaktgefahr wie Hotels, Restaurants, Einzelhändler, Veranstalter, Sportvereine, Theater, Kinos, Künstler, Arztpraxen, Friseure und Physiotherapeuten;
  • aus dem Mobilitätssektor wie Autohersteller und ihre Zulieferer, Reiseunternehmen, Fluggesellschaften, Flughäfen, Busunternehmen und Taxifahrer;
  • mit globaler Lieferkettenabhängigkeit, weil China als verlängerte Werkbank Deutschlands einige Wochen ausgefallen ist und Grenzübertritte in Europa erschwert sind.

Aber wo Schatten ist, da ist immer auch Licht. Es gibt auch wirtschaftliche Corona-Krisen-Gewinner. Dazu gehören z. B. Hersteller für Schutzausrüstung, Medizintechnik (Dräger mit Beatmungsgeräten), Lieferdienste, Streaming-Plattformen, Spielehersteller, Lebensmittelgeschäfte und Krankenhäuser.

Aber nun zurück zum Versicherungsthema. Umsatz- und Gewinnausfälle aufgrund von Epidemien wie Corona sind nicht durch die üblichen Betriebsunterbrechungsversicherungen versichert, da kein Sachschaden vorliegt.

Praxis- und Betriebsschließungen

Spezielle Verträge wie Versicherungen gegen Praxis- oder Betriebsschließungen dagegen greifen meist dann, wenn behördliche Schließungen oder Quarantänen wegen der im Infektionsschutzgesetz genannten Krankheiten angeordnet werden. Diese Versicherung dürften aber nicht alle Unternehmen haben.

Aber selbst, wenn Unternehmen diese Versicherung haben, ist die Lage nicht für alle geklärt. Es gibt aktuell wohl Versicherungen, die eine Schadensregulierung ablehnen, weil COVID19 in der Liste nicht namentlich genannt sei. Experten bezweifeln jedoch die Argumentation, weil bereits im Januar 2020 eine Verordnung erlassen wurde, wonach die Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz auf das neuartige Corona-Virus ausgedehnt wurde. Am besten, Sie organisieren sich als Betroffene in ihren Branchenverbänden und sorgen so gemeinsam für Klarheit. 

Dr. Michael Peschke

BPF Best Practice Forum GmbH

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