22.03.2020

Tolle Mutmacher-Beispiele

Unternehmen gegen Corona

Dass es in Deutschland seit Wochen keine simplen Schutzmasken mehr gibt und Ärzte, Pfleger und Kassiererinnen ungeschützt mit vielen Personen zusammenkommen, ist ein Skandal erster Güte. Darüber wird nach der Krise noch zu sprechen sein. Es gibt aber auch Lichtblicke im Mittelstand und in der Techszene. Hier einige Mutmacher-Beispiele:

Mittelständler im Kriegsmodus

Einige Unternehmen arbeiten fieberhaft daran, ihre Produktion auf krisenwichtige Produkte und Services umzustellen. Sie setzen mit aller Kraft ihren Erfindergeist ein. In der Welt am Sonntag habe ich am 22.3. einige interessante Beispiele gefunden:

  • Textilhersteller wie Trigema und May produzieren wiederverwendbare (waschbare) Mund- und Nasenschutzmasken
  • Hersteller wie Beiersdorf (Nivea) und Dr. Wolff (Alpecin) produzieren nun Desinfektionsmittel, wie übrigens auch einige Spirituosenhersteller.
  • Tünkers-Nickel, ein Produzent von Dosiersystemen für Klebstoffe, Dicht- und Dämmmaterialien aus Troisdorf baut nun Beatmungsgeräte.
  • Gastronomen bieten nun Liefer- und Abholdienste.
  • Auch Handwerker sind aktiv. So bietet z. B. die auf Büromöbel spezialisierte Tischlerei s-quadrat aus Oftersheim im Eigenbau einen Thekenaufsatz mit Plexiglas zum Schutz vor Ansteckung

Deutsche Tech-Szene nutzt Schwarmintelligenz

Aktuell arbeiten in Deutschland über 40.000 Programmierer aus Deutschland an Software-Lösungen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Es geht in der Initiative WirVsVirus z. B. darum, den Materialaustausch zwischen den Krankenhäusern digital zu organisieren. Das läuft zum Teil noch über Telefon und E-Mail. Eine digitale Plattform fehlt. Andere Vorschläge gehen dahin, das Zuhausebleiben spielerisch zu erleichtern. Dorothea Bär, die Regierungsbeauftragte für Digitalisierung, unterstützt diesen Schwarmansatz.

Wie wichtig digitale Lösungen im Kampf gegen den Corona-Virus sind, zeigt Südkorea. Neben den flächendeckenden Test und der asiatischen Disziplin trägt vor allem eine digitale App dazu bei, Corona einzudämmen. In der App sieht jeder, ob sich Infizierte in der Nähe aufhalten. Der Datenschutz bleibt da allerdings auf der Strecke. Man muss abwägen.

Gamer-Szene stellt Serverkapazität bereit

Unser Regionalpartner Jörg Rau, Geschäftsfüher von PDZ Personaldienste & Zeitarbeit GmbH aus Darmstadt (www.pdz-online.de) hat mich auf die Initiative Folding@home aufmerksam gemacht. Gestartet wurde dort im März 2020 ein Programm zur Unterstützung von Forschern auf der ganzen Welt, die daran arbeiten, ein Heilmittel zu finden und mehr über den Ausbruch von COVID-19 zu erfahren. Die erste Welle von Projekten simuliert potenziell medikamentös behandelbare Protein-Targets des SARS-CoV-2-Virus und des verwandten SARS-CoV-Virus, von denen es wesentlich mehr Daten gibt.

Die Idee ist im Grunde genommen simpel: Wenn hunderte, tausende, zehntausende Gamer mitmachen und ihre Rechenkapazität spenden, entsteht ein gigantischer Rechen-Cluster, der ordentlich was wegrechnen kann. Das hilft der Forschung enorm. Verarbeitungsressourcen von Personalcomputern, auf denen die Software installiert ist und die so zur Erforschung von Krankheiten beitragen.

Gamer, aber auch Büros können ihre Rechnerkapazitäten zur Verfügung stellen, indem die Software folding@home auf dem eigenen Rechner installiert wird. Die Rechenkapazität des Rechners und vor allem der Grafikkarte wird dann für Forschungsarbeiten genutzt.

Dr. Michael Peschke

BPF Best Practice Forum GmbH

Bitte helfen Sie mit. Wenn Sie Ideen oder Best-Practice-Beispiele rund um die Corona-Krise im Mittelstand haben, senden Sie mir eine Mail (peschke@best-practice-forum.de). Bei einer Veröffentlichung nennen wir Ihren Namen.

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