06.02.2019

Innovationen fallen nicht vom Himmel

Neue Ideen für das Gastgewerbe

© adam121 - stock.adobe

In den Metropolen der Welt steigt der Innovationsdruck im Gastgewerbe am stärksten. Neue Konzepte im Gastgewerbe erblicken dort fast täglich das Licht der Welt. Aktuelle Trends in der Digitalisierung (z. B. App-Bestellungen, Payment, Roboter, künstliche Intelligenz) und im Lifestyle (z. B. Ernährung, Mode, Farben, Einrichtung) treiben die Entwicklung. Bestehende Restaurants und Hotels, die keine innovativen Ideen entwickeln und umsetzen, werden es immer schwerer haben. In Kleinstädten und ländlichen Regionen rollt die Erneuerungswelle etwas langsamer. Der Modernisierungsstau ist hier aber besonders hoch. Und es liegt nicht immer am fehlenden Geld. Höchste Zeit also für Gastronomen und Hoteliers nach innovativen Ideen Ausschau zu halten.

Woher kommen neue Ideen?

Innovative Ideen mit Erfolgspotenzial entstehen bei findigen Unternehmerinnen und Unternehmern, die offen und flexibel sind und den Wandel auch wollen. Ideen fallen jedoch nicht vom Himmel. Am einfachsten ist es, innovative Lösungen in der Hotel- und Restaurantszene rechtzeitig zu kennen und mit individuellen Änderungen versehen zu kopieren. Dafür müssen Sie sich aber permanent informieren. Die einschlägigen Branchenmedien zu lesen, reicht aber nicht. Durch Google können Sie z. B. viel gezielter und schneller Trends verfolgen. Besuchen Sie auch Messen, die nichts mit dem Gastgewerbe zu tun haben, wie z. B. die internationale Möbelmesse, Fashion Fair Berlin, Art Cologne, Orgatech oder die CES Consumer Electronic Show in Las Vegas. Viele Neuigkeiten, die dort präsentiert werden, können Sie per Analogie übertragen. Manchmal reichen auch schon Kleinigkeiten wie Farben, Stoffe oder Technologien.

Start up-Szene beobachten

Beobachten Sie auch die Startup-Szene im Gastgewerbe, und zwar weltweit. Startup-Gründer kommen häufig nicht aus der Branche. Es sind nicht selten junge Gäste, die einen Mangel erlebt und eine Nische erkannt haben (z. B. die Airbnb-Gründer). Brancheninsider haben meist eine Betriebsblindheit und übersehen naheliegende Lösungen. Die Hotspots der deutschen Gründerszene liegen in Berlin, Hamburg, München und Köln.

Limehome weist den Weg

Hier nur ein jüngstes Beispiel: Das Münchener Startup Limehome hat ein schlankes digitales Hotelkonzept entwickelt. Es mietet in Großstädten leerstehende Gewerbeflächen an, die vorher z. B. als Büros von Kanzleien und Agenturen genutzt wurden. Nach Absprache mit Limehome und den zuständigen Behörden bauen die Immobilieneigentümer diese Flächen zu modernen Appartements um. Limehome zahlt dafür für einen längeren Zeitraum einen höheren Mietpreis (z. B. 15 statt 10 Euro pro Quadratmeter) und spart sich die Investition. In 14 Städten ist Limehome schon präsent. Diese Zimmer werden dann an Geschäftsreisende oder Privatpersonen (z. B. Städtetouristen) vermietet. Es gibt keine Rezeption und kein Zimmerpersonal. Externe Reinigungs- und Wäschedienste betreuen die Zimmer. Der Einlass wird per App und PIN digital geregelt.

Warum ist kein etablierter Hotelier auf diese einfache Idee gekommen? Vielleicht keine Zeit gehabt oder nicht quergedacht. Für kreative Leute liegen die Ideen buchstäblich auf der Straße.

Übrigens, neue Ideen gibt es auch bei unseren neuen Best Practice Shows und bei den Netzwerktreffen unserer Mittelstandsnetzwerke.

Autor: Dr. Michael A. Peschke, Betreiber von www.hoga-professional.de

copyright hoga-professional.de

Drucken