04.11.2019

Fremdvergleich muss halten

Das gilt bei Verträgen mit Angehörigen

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In vielen Betrieben des Hotel- und Gastgewerbes ist es üblich, dass Familienangehörige mitarbeiten. Anders ist die Arbeit oftmals gar nicht zu schaffen. Allerdings schaut das Finanzamt bei Verträgen mit Familienangehörigen besonders genau hin. Sie werden nur anerkannt, wenn sie wie unter fremden Dritten vereinbart und auch gelebt werden. Ansonsten kann es zu negativen steuerlichen Folgen für die Beteiligten kommen, wenn der Prüfer den Vertrag nicht anerkennt.

Häufig handelt es sich um Arbeitsverträge, Kauf- oder Schenkungsverträge, Verträge über die Nutzung von Gebäuden, Hallen und Grundstücken oder Darlehensverträge. Ein aktueller Fall vor dem Finanzgericht Münster zeigt nun wieder, wann ein Mangel an Fremdüblichkeit vorliegt. Eine Gesellschaft hatte mit der Ehefrau des Gesellschafters einen Mietvertrag abgeschlossen. Im Rahmen einer Betriebsprüfung deckte der Prüfer auf, dass die Gesellschaft mehr Räume nutzte als ihr vertraglich zugestanden hätten. Daraufhin strich der Prüfer den Betriebskostenabzug für die Mietzahlungen. Das Finanzgericht Münster bestätigte die Vorgehensweise mit der Begründung, dass ein fremder Dritter einer Gesellschaft nicht mehr Räume als vertraglich vereinbart zur Verfügung stellen würde. (FG Münster, 7 K 543/18 F)

Aus Beweisgründen ist es ratsam, einen schriftlichen Vertrag wie unter fremden Dritten zu schließen. Dieser muss im Vorhinein geschlossen und dann auch gelebt werden. Rückwirkende Verträge erkennt das Finanzamt nicht an.

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