Eine Chance für Arbeitgeber?

Neues Fachkräfteeinwanderungsgesetz

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Mit dem Start des neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetzes sind in vielen Branchen die Erwartungen groß, dass der anhaltende Fachkräftemangel vorbei ist. So hofft auch das Gastgewerbe, dass die vielen offenen Stellen endlich besetzt werden können. Was es mit dem neuen Gesetz auf sich hat, lesen Sie hier.

Öffnung des Arbeitsmarktes

Bislang hatten nur Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern mit akademischer Ausbildung Zutritt zum Arbeitsmarkt. Mit dem neuen Gesetz können ab dem 1.3.2020 auch Fachkräfte ohne Studium, aber mit einer beruflichen Qualifikation ein Visum oder einen Aufenthaltstitel zur Beschäftigung erhalten. Die Aufenthaltserlaubnis wird für maximal vier Jahre vergeben. Die Beschränkung auf Mangelberufe entfällt. Auch die Vorrangprüfung, bei der bislang geprüft werden musste, ob der Arbeitsplatz mit einer EU-Fachkraft besetzt werden kann, entfällt. Dadurch können auch Nicht-EU-Bürger, die nicht hochqualifiziert sind, dafür aber eine anerkannte Berufsausbildung haben, in Deutschland arbeiten. Ein Segen für das Gastgewerbe, so sollte man meinen. Denn endlich können die vielen freien Stellen für Köche und Hotel- und Restaurantfachkräfte leichter mit Nicht-EU-Fachkräften besetzt werden. Aber wie sieht die Praxis aus?

Qualifizierte Ausbildung

Da von nun an auch Fachkräfte mit einer qualifizierten Ausbildung einen Aufenthaltstitel erhalten können, ist zu beachten, was der Gesetzgeber unter einer qualifizierten Ausbildung versteht. Nach den gesetzlichen Vorschriften muss es sich um eine mindestens zweijährige Ausbildung in einem anerkannten Beruf handeln. Der Abschluss muss mit einem deutschen Abschluss vergleichbar sein. Dafür führen die Behörden ein separates Anerkennungsverfahren durch. Da die Berufsbilder und Berufsausbildungen je nach Bundesland variieren, muss zunächst eine Clearingstelle prüfen, welche Behörde das Anerkennungsverfahren durchführen kann. 

Einstellungsvoraussetzungen

  • Der Abschluss muss mit einem deutschen Abschluss vergleichbar sein. In einem Anerkennungsverfahren bewerten die Behörden die Qualifikationen der Fachkräfte.
  • Die Fachkraft muss ein inländisches Arbeitsverhältnis nachweisen.
  • Die Fachkraft darf nicht zu schlechteren Bedingungen arbeiten als die übrigen Arbeitskräfte.

Erleichterung bei der Stellenbesetzung

Um die Stellen schneller zu besetzen, können Bewerber mit Berufsausbildung, die über die notwendigen Deutschkenntnisse und einen gesicherten Lebensunterhalt verfügen, für sechs Monate einen Aufenthalt erhalten. In dieser Zeit können die Bewerber probeweise in dem zukünftigen Beruf arbeiten.

Beschleunigtes Verfahren

Damit sich die Verfahren nicht zu lange hinauszögern und die Stellen dann doch unbesetzt bleiben, können Arbeitgeber in Vollmacht des Arbeitnehmers ein beschleunigtes Verfahren beantragen.

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