So geht es nach Corona weiter

Digitales Gastgewerbe

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Auch für das Gastgewerbe wird es nach Corona nicht so weitergehen wie vorher. Richten Sie sich daher schon jetzt auf ein New Normal ein. Im Moment dominiert bei vielen noch der Existenzkampf. Banges und wütendes Warten auf die zugesagten Hilfsgelder darf aber nicht den Tagesablauf bestimmen. Weitsichtige Hoteliers und Gastronomen bereiten sich schon jetzt auf den Neustart vor. Dabei gilt die Marschroute digital, grün und fair. Heute greife ich zunächst das Thema der Digitalisierung auf. Mit „Nachhaltigkeit“ und „Fairness“ im Gastgewerbe beschäftige ich mich in den nächsten Newsletter-Ausgaben.

Digitale Ansatzpunkte

  • Einlasskontrolle: Wenn Hotels und Gastronomie nach Ostern wieder öffnen, dann werden die AHA-Regeln und die Registrierung der Gäste bleiben. Stellen Sie um auf eine Online-Registrierung. Lassen Sie die unprofessionelle Zettelwirtschaft sein. Ihre Gäste sollten wie im Online-Handel ein Online-Konto bei Ihnen anlegen können. Das ist für Ihre Gäste bequem, und Sie gewinnen wertvolle Daten. Wenn Sie spezielle Apps und Eingangssensoren haben, dann läuft die Registrierung am Eingang automatisch. Schauen Sie sich mal den realen Digitalshop von Bonprix in Hamburg an. Daran können Sie lernen.
  • Online-Reservierung: Dieser Service sollte nach dem Lockdown bei Ihnen Standard sein. Geben Sie Ihren registrierten Stammgästen Vorzüge und Anreize. Da Tische auch weiter locker gestellt werden müssen, werden Ihre Preise steigen müssen. Sie kommen daher nicht umhin, die Exklusivität und den personalisierten Service zu erhöhen. Bei einer Online-Reservierung ist auch mehr Verbindlichkeit angesagt. Wie beim Online-Kauf wird direkt bei Reservierung gezahlt. Reservieren und nicht erscheinen, wird es in Zukunft immer weniger geben.  
  • Digitale Speisekarte: Nicht nur die Reservierung muss online möglich sein, sondern auch die direkte Bestellung. Dafür benötigen Sie eine digitale Speisekarte mit Erlebnisflair. Zu jedem Gericht bieten Sie Hintergrundinformationen, z. B. auch als Video. Sie simulieren das, was sonst ein guter Oberkellner Ihren Gästen erzählt.
  • Kunden-Newsletter: Über neue Gerichte, Speisekarten und Spezialangebote können Sie Ihre Kunden über eigene Newsletter oder Push-Nachrichten (per App) informieren. Die exklusive Stammgästeinformation wird der Schlüssel zu einem konstanterem Umsatzfluss wie bei einem Abo sein. Bieten Sie exklusive und personalisierte Angebote.
  • Kontaktloses Bezahlen: Es ist abzusehen, dass Bargeldzahlungen auf dem Rückzug sind. Auch Kreditkarten und Girokarten werden bald der Vergangenheit angehören. Es wird normal sein, dass Ihre Gäste einfach das Restaurant verlassen. Der Rechnungsbetrag wird dann am Ausgang einfach abgebucht. Auch hier: Schauen Sie, wie das bei schon Bonprix läuft.
  • Online-Bewertung: Für Ihr Service-Personal wird sich beim kontaktlosen Bezahlen dann zukünftig die Frage nach dem Trinkgeld stellen. Sie werden das Basisgehalt anheben müssen. Darauf gehen wird noch in einem anderen Beitrag zum Thema „Fairness“ ein. Sie können Ihren Gästen aber direkt nach dem Verlassen Ihrer Lokalität eine Mail mit der Bitte um Bewertung und Trinkgeldzahlung senden. Auch diese Prozesse gibt es bereits im Online-Handel. Schauen Sie sich dort einfach mal Best-Practices an.
  • Online-Vertrieb: Generell sollten Sie durch die oben beschriebenen Maßnahmen dafür sorgen, dass Sie so viele Stammgäste haben, dass weitere Online-Marketingmaßnahmen eigentlich nicht notwendig werden. Nutzen Sie dafür auch das Empfehlungspotenzial Ihrer Stammgäste. Je unabhängiger Sie von Google, Facebook & Co. werden, desto besser. Wie Sie aber auch dort die Klaviatur der Möglichkeiten bedienen können, zeige ich Ihnen in meinen Videos auf meiner Plattform www.best-practice-forum.de. Für 99 Euro p.a. haben Sie dann jederzeitigen Zugang zu allen Video-Vorträgen.

Die Digitalisierung in Hotels geht noch darüber hinaus. Das ganze Hotel wird smart werden. Dazu aber später in einem eigenen Beitrag mehr.

Text: Dr. Michael A. Peschke

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