Trends im Gastgewerbe

Fairness und Verantwortung

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Die Corona-Krise soll nach dem Willen von Politik und Wirtschaft auch eine längst notwendige große Transformation einleiten. Die Welt soll digitaler, grüner und fairer werden. Wir haben das Thema Fairness unter die Lupe genommen und untersucht, was es für das Gastgewerbe bedeutet.

Faire Ansatzpunkte

  • Fair Trade: Einkaufen mit gutem Gewissen wird im Gastgewerbe immer wichtiger. Regionale, saisonale und ökologisch hergestellte Produkte stehen im Food-Bereich ganz oben auf der Liste. Beim Kauf von Fleisch wird auf artgerechte Tierhaltung geschaut. Auch der Anteil an fair-gehandelten Produkten wächst. Das meistgekaufte faire Lebensmittel ist Kaffee. Daneben gibt es Tee, Schokolade, Kekse, Früchte, Wein, Baumwolle, u. v. m. Wer fairtrade Produkte kauft, unterstützt damit faire Handelspraktiken und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Erzeugerländern.  
  • Nachhaltigkeit: Der ökologische Aspekt wird im Gastgewerbe generell wichtiger, weil Gäste darauf Wert legen. Nachhaltiges Bauen und Einrichten rücken daher nun ebenso verstärkt in das Blickfeld, wie Aspekte der Kreislaufwirtschaft und der Verzicht auf Plastik bei To-Go-Angeboten und Lieferdiensten. Viytal aus Köln bietet z. B. ein interessantes Mehrweggeschirr für die Gastronomie.
  • Diversität: Vor über hundert Jahre konnten Unternehmen mit Otto-Normalarbeitnehmern rechnen: der war männlich, zwischen 15 und 55 Jahre alt und vollbeschäftigt. Er war in der deutschen Lebens- und Arbeitswelt sozialisiert und wohnte mit seiner Frau, die sich zu Hause um die Kinder kümmerte, am Ort des Betriebes. Diese Zeiten sind vorbei. Frauen möchten heute gleichberechtigt Karriere machen, Männer fordern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch die Belegschaften werden immer vielfältiger in ihren persönlichen und kulturellen Merkmalen. Eine Benachteiligung wegen Geschlecht, Alter, Rasse/ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Identität ist verboten. Soziale Vielfalt im Unternehmen soll vorurteilsfrei erschlossen und entfaltet werden. In diesem Zusammenhang müssen Sie sich auch Gedanken über Gendersprache in Ihrem Hotel und Restaurant machen. Die Gäste werden immer empfindlicher und z. T. auch unerbittlicher.
  • Social Sponsoring: Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sind sozial aktiv, häufig im Verborgenen ohne geschäftliche Hintergedanken. Das soziale Engagement reicht z. B. vom Sponsoring von Jugendmannschaften in örtlichen Sportvereinen über die Unterstützung von Behindertenwerkstätten bis hin zur Förderung von Familien- und Flüchtlingsprojekten. So zeigen sie Verantwortung für die Region.
  • Lohngerechtigkeit: Das Gastgewerbe hat generell ein Problem mit zu niedriger Bezahlung im Vergleich zu anderen Branchen. Das wird so nach der Corona-Krise nicht weitergehen können, da der Kampf um Arbeitskräfte zunehmen wird. Lohngerechtigkeit hat aber auch noch generelle Aspekte. Noch immer verdienen Frauen in Deutschland weniger als Männer. Die Lohnlücke beträgt aktuell 18 Prozent. Damit belegt Deutschland innerhalb der EU einen der hinteren Spitzenpositionen. Selbst bei formal gleicher Qualifikation und ansonsten gleichen Merkmalen beträgt der Lohnunterschied 6 Prozent. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Lohnunterschied bis zum Jahr 2030 auf 10 Prozent zu verringern. Helfen soll das Entgelttransparenzgesetz, das es seit 2018 gibt. Es soll vor allem Frauen dabei unterstützen, ihren Anspruch auf gleiche Bezahlung durchzusetzen.

Marktvorteil

Wer mit seinem Hotel oder Restaurant auf Fairness setzt, wird nicht nur für seine Gäste, sondern auch für Mitarbeiter interessanter. Gerade für die jüngere Generation ist das Thema Fairness wichtig. Es kann für sie der entscheidende Grund sein, sich bei Ihnen zu bewerben. Es lohnt sich also auch für das Employer Branding, auf Fairness zu setzen.

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