Der Alptraum geht weiter

Corona im Gastgewerbe

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Noch vor einigen Wochen herrschte überall Zuversicht, dass sich die Corona-Lage mit einer Impfquote von fast 70 Prozent in Deutschland trotz des nahenden Winters so allmählich entspannt. Doch die Impfungen scheinen nicht das zu halten, was die Politiker versprochen haben. Nun gibt es bereits in Bayern und Sachsen neue Lockdowns. Für Hoteliers und Gastronomen geht der Alptraum leider weiter.

Corona-Zahlen

  • Als Begründung für die neuen Einschränkungen führen RKI und Politiker an, dass die Intensivstationen volllaufen. Ein Blick in die offizielle RKI-Statistik genügt, um zu zeigen, dass die Untergangsstimmung überzogen ist. Laut dem Deutschen Intensivregister des RKI (https://www.divi.de/register/tagesreport) lagen am 28.11.2022 genau 19.196 Patienten auf den deutschen Intensivstationen, davon 4.459 Corona-Fälle. Die Zahl der freien Intensivbetten betrug 2.565. Die innerhalb von sieben Tagen aktivierbare Notfallreserve liegt bei 8.792. Damit kann es in einigen Regionen wie in jedem Winter zu Engpässen kommen. Bundesweit aber ist die Lage weit weniger dramatisch.
  • In den Medien wird dagegen gerne verschwiegen, dass in den letzten 20 Monaten seit Corona-Beginn über 6.000 Intensivbetten abgebaut wurden, die Intensivbetten immer mit rund 20.000 belegt sind und die Zahl der Corona-Fälle im letzten Winter in der Spitze bei 5.662 gelegen hat. Darauf hat im Sommer 2021 bereits der Bundesrechnungshof hingewiesen, der die finanziellen Fehlanreize bemängelt hat.
  • Wir haben es also mit einem klaren Politikversagen zu tun. In einer epidemischen Lage nationaler Tragweite würde man eigentlich eine Aufstockung von Intensivbetten und eine Mobilisierung von Intensivpflegern auch z. B. von Pensionären durch massive Geldanreize erwarten. Stattdessen müssen wieder einmal auch Gastronomen, Hoteliers und andere Mittelständler die Suppe auslöffeln.

Gastgewerbe in der Krise

  • In den letzten Monaten gab es sicherlich Hotels und Restaurants vor allem in Metropolen und Urlaubsgebieten, die wieder gut verdient und auch von der Mehrwertsteuersenkung profitiert haben. Doch in der Summe ist der Umsatzverlust im Gastgewerbe erheblich. Im September 2021 betrug der Rückgang zum damals schon schlechten Vorjahresmonat weitere 17,3 Prozent.
  • Nun gibt es in Bayern und Sachsen erneute Lockdowns und auch in NRW neue Verschärfungen. Die 2G-Regel schließt nun alle Ungeimpften aus, die bei logischer Betrachtung mit einem tagesaktuellen Test weit weniger risikoreich sein dürften als ungetestete Geimpfte. Nimmt man die Familienmitglieder der Ungeimpften hinzu, die aus Solidarität mit den Ausgestoßenen auch nicht in die Restaurants gehen, so dürfte das dem Gastgewerbe nun fehlende Marktpotenzial bei 30 Prozent liegen.
  • Doch das ist nicht alles. Auch viele Geimpfte werden aus Angst ihr Ausgehen reduzieren. Bei einer 2G-Plus-Regel, die bereits bei einer Hospitalisierungsrate von 6 greift (6 Corona-Krankenhaus-Einweisungen pro 100.000 Einwohner) wird die Nachfrage weiter sinken. Auch wurden nach Angaben des DEHOGA bereits mehr als die Hälfte der betrieblichen Weihnachtsfeiern abgesagt. Kein Wunder, dass jeder dritte Betrieb Existenzängste hat, zumal noch immer nicht alle Hilfen aus dem letzten Winter ausgezahlt zu sein scheinen.

Was ist zu tun?

  • Viele Betriebe aus dem Gastgewerbe, wenn sie denn noch öffnen dürfen, reduzieren ihre Öffnungszeiten weiter und schicken ihr Personal wieder in die Kurzarbeit. Die Gefahr dabei besteht darin, dass Mitarbeiter/innen dann nicht wiederkommen und endgültig zu Amazon & Co. abwandern, den Profiteuren der Corona-Maßnahmen.
  • Andere versuchen eine wintertaugliche Außengastronomie aufzubauen, so wie wir das aus den Skigebieten kennen. Dafür werden jedoch Platz und Geld benötigt.
  • Für viele wird die bis Ende März 2022 verlängerte Überbrückungshilfe zu einem neuen Hoffnungsschimmer.

Egal, welche Strategie Sie verfolgen, wichtig ist es, in dieser schwierigen Zeit mit Gästen im Gespräch zu bleiben. Nun zeigt sich, wie wertvoll gut gepflegte Newsletter-Verteiler sind. Mit regelmäßigen Gäste-Newslettern und Social-Media-Posts halten Sie Tuchfühlung mit dem Markt.

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