ESG-Investitionen im Gastgewerbe

Nachhaltige Unternehmensführung

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Der moralische, rechtliche und wirtschaftliche Druck zu einer nachhaltigen Unternehmensführung wächst auch im Gastgewerbe. Nachhaltigkeit umfasst in einer heute gemeinhin akzeptierten Fassung die drei ESG-Ziele: Environment (Umwelt), soziale Aspekte (Social) und mit Blick auf Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion eine verantwortliche Unternehmensführung (Governance). Den konzeptionellen Überbau dafür wiederum bildet die UN-Agenda 2030 mit ihren 2015 verabschiedeten 17 Zielen. Die EU hat den Faden mit aufgegriffen und plant ein 180 Mrd. Euro schweres ESG-Investitionsprogramm.

Druck auf das Gastgewerbe

An den ESG-Zielen kommt auch das deutsche Gastgewerbe nicht mehr vorbei. Im Augenblick zwingen die explodierenden Gas- und Ölpreise zu einem Umdenken. Nachhaltigkeit bietet aber auch Chancen für neue Konzepte in der Hotellerie und Gastronomie. Doch ohne Investitionen wird es nicht funktionieren, wenn Aktionen nicht nur beim oberflächlichen Greenwashing bleiben sollen.

ESG-Investitionen

  • Regenerative Energie: Im Brennpunkt der aktuellen Krisen stehen bei Unternehmen Investitionen zur Reduktion der Abhängigkeit von Öl und Gas. Das zahlt auch auf die Klimaschutzziele der Bundesregierung ein, wonach der CO2-Ausstoß in der Industrie von 186 Mio. Tonnen (2020) bis 2030 auf 118. Mio. Tonnen sinken soll.
  • Energieeffiziente Gebäude: Hotelimmobilien und Gastronomieflächen müssen ebenfalls energieeffizient und CO2-reduziert sein. Für Neubauten ist das einfacher zu erreichen als für Bestandsgebäude, die aufwändig saniert werden müssen. Die Digitalisierung mit Hochleistungssensoren und Künstlicher Intelligenz kommt dabei zu Hilfe.
  • Kreislaufwirtschaft: Nachhaltigkeit in der Küche und im Service heißt aber auch, auf umweltschädliche Materialien (z. B. Plastik) zu verzichten sowie das Recycling von Altmaterial zu forcieren.
  • Lieferketten: Ökologisch ist eine „heimatnahe“ Produktion. Waren und Lebensmittel, die über die Weltmeere transportiert werden müssen, passen nicht dazu. Auch in Dienstleistungsbranchen wie im Gastgewerbe gibt es dazu genügend Ansatzpunkte wie der Einkauf von Bio-Zutaten aus der Region.
  • Verpackungen: Seit dem 1.7.2022 besteht für Unternehmen, die in Deutschland verpackte Ware in Umlauf bringen, eine Pflicht zur Registrierung im Verpackungsregister LUCID.
  • Fuhrpark: Die Umstellung der Firmenflotte auf E-Fahrzeuge mit entsprechenden Ladekapazitäten steht ebenfalls auf der Liste der Nachhaltigkeitsziele.
  • Soziales: Der aktuelle Fachkräftemangel im Gastgewerbe zwingt auch dazu, soziale Aspekte stärker zu berücksichtigen. Dazu gehören neben einer besseren Bezahlung auch das Angebot von Weiterbildung und guter Unterkünfte für das eigene Personal.

ESG-Kredite

Investitionen, die auf die ESG-Ziele einzahlen, werden immer stärker öffentlich gefördert und mit speziellen ESG-Krediten unterstützt. Aber auch klassische Bankkredite spielen dabei eine große Rolle.

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