28.11.2018

Jetzt erst recht!

Strategien gegen die Angst

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Angst entsteht üblicherweise in Situationen, die als bedrohlich empfunden werden. Sie ist ein Gefühl der starken Sorge oder der negativen Erregung, meist begleitet von körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Zittern, Schwitzen, Druckgefühle in Brust oder Magen u.ä. Entwicklungsgeschichtlich ist Angst ein Alarmsignal, das den Körper zu Kampf oder Flucht motiviert.

Problematisch wird es, wenn die Angst im Verhältnis zum Auslöser unangemessen stark ist –quasi Fehlalarm ausgelöst wird – und nicht mehr durch eigene Anstrengungen bewältigt werden kann.

Phobische Störungen

Phobische Störungen sind eine Gruppe von Angststörungen, bei der die Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Meist ist schon die Erwartungsangst sehr belastend. Dies kann auch in beruflichen Kontexten zu großen Problemen führen, z.B. Flugangst bei Dienstreisen oder Redeangst bei öffentlichen Auftritten. Die drei wichtigsten Gruppen phobischer Störungen sind:

  • Agoraphobie: Angst, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug zu reisen;
  • Soziale Phobien: Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt (z.B. Redeangst, Lampenfieber, Angst vor Veranstaltungsteilnahme, Prüfungsangst);
  • Spezifische (isolierte) Phobien: Ängste, die sich auf eng umschriebene Situationen beziehen wie Nähe von bestimmten Tieren (z.B. Spinnen, Hunde), Höhen, Dunkelheit, Fliegen, geschlossene Räume, Zahnarztbesuch oder Anblick von Blut

Verhaltenstherapie

Da phobische Störungen einen konkreten Auslöser haben, lassen sie sich gut durch eine Konfrontationstherapie bearbeiten. Dabei wird die angstgestörte Person schrittweise der angstauslösenden Situation ausgesetzt und soweit desensibilisiert, dass sie sie wieder in ihr normales Leben integrieren kann. Wer seine Ängste noch selbst bearbeiten kann, kann sie durch Konfrontation („Jetzt erst recht!“) kleinhalten und besiegen. Die kognitive Therapie versucht, den Patienten dazu zu bringen, anders über den Angstauslöser zu denken und eine andere Einstellung oder Bewertung dazu zu finden.

Entspannungstechniken und Sport

Sie helfen dabei, die körperlichen Symptome, insbesondere Verspannungen, zu lösen. Dazu eignen sich z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Biofeedback-Methoden, Hypnosetherapie-Methoden, außerdem Atemtherapie. Ein einfaches und wirksames Mittel gegen Angstverspannungen ist der Sport, insbesondere Ausdauersport und asiatische Bewegungs- und Meditationslehren wie Yoga, Tai-Chi und Qigong.

Natürlich gibt es auch wirksame Medikamente. In jedem Fall sollte man bei schweren Angststörungen therapeutische Hilfe von Ärzten bzw. speziell ausgebildeten Psychologen/Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. Körperliche Ursachen sowie eine Depression als Auslöser müssen ausgeschlossen werden.

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