27.02.2019

Meldefrist 2018 endet am 31.3.

Künstlersozialabgabe

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Seitdem die Rentenversicherung ihre turnusmäßigen Prüfungen um die Künstlersozialabgabe erweitert hat, ist das Thema Künstlersozialkasse auch bei den Unternehmen ins Bewusstsein gerückt. Allerdings ist die Verunsicherung groß, wann die Künstlersozialabgabe zu zahlen ist.

Generell gilt: Wenn Sie zum Beispiel einen freiberuflich tätigen Webdesigner, Werbetexter, Fotografen oder anderen „Kreativen“ beauftragen, müssen Sie zu seiner Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung einen pauschalen Quasi-Arbeitgeber-Beitrag zahlen, die sog. „Künstlersozialabgabe“. Geregelt ist das im Künstlersozialversicherungsgesetz (§§ 23 ff. KSVG). Der Umlagesatz für 2019 beträgt 4,2 % (2018: 4,2 %). Bemessungsgrundlage ist das Netto-Honorar einschließlich Nebenkosten (z.B. Fahrtkosten)

Auf welche selbstständigen „Kreativen“ erstreckt sich die Abgabepflicht?

  • „Künstler“ im Sinne des KSVG ist, wer Musik, bildende Kunst oder darstellende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Hierzu zählen auch selbstständige Designer oder Fotografen.
  • „Publizist“ im Sinne des KSVG ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt, z.B. auch als Werbetexter oder technischer Redakteur.

Abgabepflicht besteht nur, wenn der Künstler oder Publizist als natürliche Person bezahlt wird, also als Selbstständiger, Einzelunternehmer oder über eine Mehrpersonengesellschaft (GbR, OHG). Ist der Künstler oder Publizist in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft (GmbH, UG) oder einer KG oder GmbH & Co. KG tätig, brauchen Sie die Künstlersozialabgabe nicht zu zahlen. Die Abgabepflicht besteht auch, wenn der Künstler oder Publizist nur nebenberuflich tätig ist und auch dann, wenn dieser selbst versicherungsfrei ist. Auf eine einschlägige Ausbildung der/des Kreativen oder auf die Qualität seiner Leistung kommt es nicht an.

Welche Unternehmen sind abgabepflichtig?

In § 24 KSVG sind die abgabepflichtigen Unternehmen aufgezählt. Dazu gehören neben den typischen Verwertern wie Verlagen oder Galerien auch Unternehmen, die „nicht nur gelegentlich“ Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für sich in Auftrag geben (Eigenwerber). Darüber hinaus alle Unternehmen, die „nicht nur gelegentlich“ ihre Produkte, Verpackungen und Dienstleistungen gestalten lassen, um damit Einnahmen zu erzielen (Generalklausel).

Was „nicht nur gelegentlich“ bedeutet, darüber schweigt sich das Gesetz aus (abgesehen von der Obergrenze von drei Veranstaltungen pro Jahr nach § 24 Abs. 2). Die Künstlersozialkasse prüft die Aufträge auf Regelmäßigkeit, Dauerhaftigkeit und ein nicht unerhebliches wirtschaftliches Ausmaß. Gehen Sie davon aus, dass alle Aufträge, die nicht einmalig, selten oder unbedeutend sind (etwa Visitenkarte oder Firmenschild) abgabepflichtig sind. Buchen Sie einen Künstler für eine interne Betriebsfeier, ist die Leistung nicht abgabepflichtig. Handelt es sich um eine öffentliche Feier, dann sind Beiträge an die Künstlersozialkasse zu zahlen.

Bemessungsgrundlage

Grundlage sind die gezahlten Entgelte zzgl. sämtlicher Auslagen und Nebenkosten. Lediglich Entgelte für Nutzungsrechte, steuerfreie Aufwandsentschädigung (Reise- und Bewirtungskosten) und Einnahmen sowie die ausgewiesene Umsatzsteuer sind ausgenommen (§ 25 Abs. 2 KSVG). Maßgeblich sind die vertraglich vereinbarten Zahlungsverpflichtungen. Der Umlagesatz für 2019 beträgt 4,2 % (2018: 4,2 %).

Meldefrist bis zum 31.3.

Besteht Abgabepflicht, so müssen die abgabenpflichtigen Entgelte im Kalenderjahr aufgezeichnet und bis 31.3. des Folgejahres an die KSK gemeldet werden. Aus dem errechneten Monatsdurchschnitt wird eine monatliche Vorauszahlung für das laufende Jahr berechnet. Eine Nichtbeachtung führt zu Nachzahlungspflicht für mehrere zurückliegende Jahre, ggf. zu Bußgeldern. Bei Zweifelsfragen sprechen Sie Ihren Steuerberater an.

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