01.09.2018

Die kleine GmbH für Start-ups und Projekte

Unternehmergesellschaft (UG)

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Die Gründungsidee scheint tragfähig, der Businessplan ist in Arbeit - spätestens jetzt stellt sich für Gründer die Frage nach der Rechtsform. Für Unternehmensgründer ist es in der Regel wichtig, die eigene Haftung zu begrenzen und den Gründungsaufwand zu reduzieren. Die klassische GmbH bietet zwar eine Haftungsbeschränkung, ihre Gründung ist aber aufwändig und erfordert ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro. Als Alternative bietet sich die Unternehmergesellschaft (UG) an. Sie ist wegen ihrer Einfachheit bei Unternehmensgründern beliebt, eignet sich aber auch für Projekte, die einen rechtlichen Mantel benötigen.

Gesellschaftsform UG

  • Eine Unternehmergesellschaft (haftungsbegrenzt) oder kurz gesagt UG (haftungsbegrenzt) benötigt nur 1 Euro Stammkapital und ist schnell gegründet.
  • Bei maximal drei Gründern, nur einem Geschäftsführer und keinen vom Protokoll abweichenden Bestimmungen reicht das Ausfüllen eines im Anhang des GmbHG befindlichen Musterprotokolls aus. Die notarielle Beurkundung ist dann kostenbegünstigt. Soll der Gesellschaftsvertrag jedoch aussagekräftiger sein, empfiehlt sich juristische Beratung. Um späteren Streit der Gesellschafter zu vermeiden, sind einige Punkte besser ausführlicher zu regeln, wie z. B. Ausscheiden von Gesellschaftern, Gewinnverteilung, Unternehmensbewertung.
  • Die UG ist keine eigenständige Rechtsform, sondern eine Variante der GmbH. Die UG muss als solche mit dem Zusatz „haftungsbeschränkt“ bezeichnet werden.
  • Bei der UG besteht eine Ansparpflicht. Ein Viertel des um Verlustvorträge reduzierten Jahresüberschusses muss solange angespart werden, bis die Rücklagen 25.000 Euro betragen. Das ist sozusagen die Gegenleistung für die Haftungsbeschränkung. Danach kann die UG (haftungsbeschränkt) in eine GmbH umgewandelt werden, die in der Geschäftswelt einen besseren Ruf genießt.

Vorteile einer UG

  • Die Gründung ist schon mit 1 Euro Stammkapital möglich.
  • Die Haftung ist auf das Vermögen der UG begrenzt.
  • Die UG kann für alle Tätigkeiten gegründet werden.
  • Einzelpersonen können eine UG gründen.
  • Es können Fremdgeschäftsführer eingesetzt werden.
  • Die Unternehmensanteile sind einfach zu veräußern.

Nachteile einer UG

  • Der Jahresüberschuss kann erst voll ausgeschüttet werden, wenn die Ansparsumme 25.000 Euro beträgt.
  • Es können keine Sacheinlagen eingebracht werden.
  • Nach Erreichen der Ansparsumme wird die UG (haftungsbeschränkt) nicht automatisch in eine GmbH umgewandelt. Eine Umwandlung ist häufig teurer als die direkte Gründung einer GmbH. 
  • Begrenztes Ansehen der UG bei Geschäftspartnern und Kreditgebern.
  • Eine Haftung des Privatvermögens entsteht in der Regel bei der Inanspruchnahme von Krediten und Bürgschaften, auf die Unternehmensgründer häufig angewiesen sind.
  • Gleiche Pflichten wie die GmbH was die Besteuerung, die doppelte Buchführung und den Jahresabschluss betrifft.   

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