09.11.2018

Kostensenkung mit den richtigen Zahlen

Energieanalyse

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Die deutschen Energiekosten entwickeln sich zu einem Wettbewerbsnachteil für Unternehmen. Nach der Studie "Energieeffizienz im Betriebsalltag" des Fraunhofer ISI von 2017 steuern daher bereits 25 % der deutschen Unternehmen durch ein professionelles Energiemanagement-System dagegen. Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs von Strom und Erdgas sind jedoch nur umsetzbar, wenn belastbare Zahlen und Fakten zur Verfügung stehen. Energieanalysen sind die Grundlage für eine nachhaltige betriebliche Energieeffizienz.

1. Datenerfassung

Bei der Energieanalyse werden z. B. der Verbrauch und die Kosten von Erdgas und Strom für den Gesamtbetrieb, Abteilungen, Filialen oder einzelnen Anlagen gemessen. Weitere Analysen beziehen sich auf Anschluss- und Leistungsdaten (Nenn-, Höchst- und Blindleistungen), Lastprofile, den Temperaturverlauf an Anlagen zur Prozesswärme- und Heizenergieerzeugung, die Messung von Wärmeverlusten von Gebäuden und Anlagen oder Wartungsdaten von Anlagen und Maschinen. Je nach Bedarf kann die Energieanalyse noch differenzierter ausfallen.

Die Datenerfassung erfolgt entweder manuell oder bei mehreren Verbrauchsstellen (z. B. Filialen) automatisch über Fernmessung. Die Erfassung der Rohdaten sollte in Datenbanken erfolgen, die auch online abrufbar sind. Separate Erdgaszähler empfehlen sich für die Heizenergie- und Prozesswärmeerzeugung sowie für Produktionsanlagen, die direkt beheizt werden.

2. Kennzahlen

Mit Kennzahlen werden die Vergleichbarkeit und Aussagekraft von Energierohdaten erhöht. Die Inputgrößen „Energieverbrauch (kWh)“ oder „Energiekosten“ werden ins Verhältnis zu relevanten Outputgrößen wie Umsatz, Produktionsmenge (z. B. in t, l oder Stück), Fläche (qm) oder Anzahl Beschäftigte gesetzt.

3. Benchmarking

Diese Kennzahlen sind für sich allein genommen wenig aussagekräftig. Sie müssen relativiert und mit anderen Werten (sogenannten Benchmarks) verglichen werden. Das können Zielgrößen, Vorjahreswerte, Werte anderer Verbrauchsstellen im eigenen Unternehmen oder Werte anderer Unternehmen (sogar aus anderen Branchen) sein. Beim Benchmarking sind strukturelle Unterschiede zu berücksichtigen, um nicht „Äpfel mit Birnen“ zu vergleichen.

4. Best Practices

Die Energieanalyse zeigt also die eigenen Schwachstellen und Benchmarks mit guten Ergebnissen. Das eigentliche Ziel der Energieanalyse besteht dann darin, herauszufinden, warum andere besser sind, worin die besten Verfahren (Best Practices) bestehen. Sind die Energieprozesse effizienter, werden energiesparende Anlagen und Maschinen eingesetzt, ist die elektronische Steuerung leistungsfähiger oder arbeiten die Mitarbeiter energiebewusster?

Die Einbindung erfahrener Energieberater ist zu empfehlen, zumal es dafür auch attraktive öffentliche Fördermittel gibt.

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