26.02.2019

Gesunde Mitarbeiter im digitalen Zeitalter

Betriebliches Gesundheitsmanagement

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Die Arbeitswelt verändert sich durch neue Technologien und gesellschaftliche Entwicklungen immer rasanter. Einerseits fühlen sich viele langjährige Beschäftigte überlastet, was zahlreiche Krankheiten und Fehltage zur Folge hat. Andererseits erwarten gut ausgebildete junge Mitarbeiter/innen der Generationen Y und Z zunehmend mehr als eine Arbeitsstelle und ein gutes Gehalt. Ihre Ansprüche an Arbeitgeber steigen in Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels.

Das bestätigt auch eine Umfrage des Hochschulmagazins audimax in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen CSR jobs & companies. Danach sind die wichtigsten Kriterien für die Wahl des Arbeitgebers flexible Arbeitszeiten (81 Prozent) und betriebliche Gesundheitsförderung (70 Prozent). Geld ist nur für etwa 20 Prozent der befragten Studenten das entscheidende Auswahlkriterium.

Employer Branding

Immer mehr Unternehmer erkennen, dass ein zukunftsweisendes betriebliches Gesundheitsmanagement entscheidend mit dazu beiträgt, die Arbeitgebermarke (Employer Branding) zu stärken und die Fehlzeiten im Unternehmen zu reduzieren. Unternehmen wie z. B. Google, Apple und Facebook haben nicht nur die besten Produkte, sondern auch die attraktivsten Arbeitswelten für junge Fachkräfte. Betriebliches Gesundheitsmanagement beinhaltet viele unterschiedliche Schritte und Themen und ist auch für kleine und mittlere Unternehmen wichtig im Kampf um die Talente.

Was Unternehmen tun können

Unternehmen können Ihre Mitarbeiter/innen durch ein systematisches und zukunftsweisendes Gesundheitsmanagement unterstützen.

  • Gesundheitsprävention: Hierzu gehören alle Maßnahmen, die Krankheiten der Arbeitsnehmer/innen vorbeugen, z. B. ergonomische Arbeitsplätze, Unfallschutz, Kampf gegen Mobbing, Sportangebote, gesundes Essen, Gesundheitstage, Ernährungsberatung. 
  • Gesunde Führung: Eine von Fairness geprägte Unternehmens- und Führungskultur zum Schutz und Erhalt der psychischen Gesundheit. Reduzierung der psychischen Belastungen z. B. durch bessere Arbeitsorganisation, flexible/reduzierte Arbeitszeit, mehr Anerkennung, bessere Zusammenarbeit.
  • Eingliederungsmanagement: § 84 des 9. Sozialgesetzbuches verlangt von Arbeitgebern ein betriebliches Eingliederungsmanagement. Spätestens nach 42 Krankheitstagen müssen verantwortliche Führungskräfte erste Schritte einleiten.
  • Beruf und Familie: Durch personalpolitische Angebote wie Kinderbetreuung (z. B. Betriebskita, Tagesmütter, Kinder am Arbeitsplatz), Teilzeit, Job Sharing oder Home-Office fördern Arbeitgeber die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 
  • Beruf und Pflege: Unternehmen können ihre Mitarbeiter auch bei dem wachsenden Problem der Angehörigenpflege unterstützen.

Finanzielle Anreize

Arbeitgeber können die Ausgaben für die betriebliche Gesundheitsförderung als Betriebsausgaben geltend machen. Für den Arbeitnehmer, der auch ein Eigeninteresse an seiner Gesundheit hat, sind sie als geldwerter Vorteil steuerfrei, soweit sie zusätzlich zum Arbeitslohn gezahlt werden und den Freibetrag von 500 Euro im Jahr nicht übersteigen. Die Maßnahmen müssen die Qualitätskriterien erfüllen, die im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der Krankenkassen genannt sind.

Ein Mehrwert für jedes Unternehmen

Berufstätige verbringen etwa ein Drittel ihres Lebens bei der Arbeit. Damit haben die Arbeitsbedingungen einen wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein Mehrwert für jedes Unternehmen, denn gesunde und leistungsfähige Mitarbeiter sind die Grundlage für den betrieblichen Erfolg.

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