25.06.2019

Notwendige Eigenschaften von Teammitgliedern

Der Star ist das Team

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Der Star ist das Team! Dieser Slogan stimmt wohl im positiven Sinne beim neuen, von Jürgen Klopp unnachahmlich geformten Champions-League-Sieger FC Liverpool und im negativen Sinne aktuell bei der SPD, deren Führungskräfte sich gerade unsolidarisch selbst zerlegen. Um funktionierende Teams im Unternehmen zu installieren, sollten Sie auf folgende Eigenschaften Ihrer Gruppenmitglieder achten:

1. Kooperationsbereitschaft

Idealerweise bildet ein Arbeitsteam eine produktive Einheit mit gemeinsamen Zielsetzungen, ohne dabei die einzelnen Mitglieder zur Konformität zu zwingen. Dies gelingt z. B. durch die Anerkennung der angestrebten Ziele, die Befürwortung der ausgewählten Methoden und Zeitpläne und die Bereitschaft, ein beträchtliches Maß an Energie in die Teamarbeit zu investieren, um gemeinsam Erfolg zu erzielen. Wählen Sie für Ihr Team deshalb Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, die grundsätzlich kooperationsbereit sind und in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie sich nachhaltig für eine Sache engagieren. Stänkerer und Quertreiber haben in Teams nichts zu suchen. Nicht gemeint sind damit Querdenker, die auch einen ungewohnten und innovativen Blick auf Dinge werfen können. Sie sind ausdrücklich gewünscht und nötig. Die Teamleitung muss dann aber dafür sorgen, dass kein Mobbing, sondern ein kreativer Geist entsteht.

2. Konsensbereitschaft

Im Konfliktfall muss immer eine konstruktive Lösung gefunden werden. Dazu ist es notwendig, dass sich alle Teammitglieder über latente Werte, Vorstellungen und auch Ängste im Klaren sind und sie im Bedarfsfall tatsächlich offen formulieren. Insofern ist dem Willen zum Konsens die Bereitschaft zur Offenheit vorgelagert, denn Konsens entsteht nur, wo klar artikulierte Probleme gelöst werden können. Wählen Sie für Ihr Team deshalb Personen aus, die zu Offenheit neigen und nicht jedem Konflikt aus dem Weg gehen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Ihre Ziele am liebsten „hinten herum“ erreichen, sind meist nicht teamfähig. Andererseits hat der viel beschworene Konsens auch Grenzen. Bei der digitalen Transformation, die in vielen Branchen über die Zukunft des Unternehmens entscheidend, sind schlechte oder gar faule Kompromisse nicht die richtige Lösung. 

3. Eigenverantwortlichkeit

Die Bereitschaft jedes einzelnen Teammitglieds, für das eigene Handeln Verantwortung zu übernehmen und sich nicht in Schuldzuweisungen anderer oder im Lamento über schlechte Rahmenbedingungen zu ergehen, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Gleiches gilt für die Gruppe insgesamt. In funktionierenden Teams übernimmt die Gruppe Verantwortung für das eigene Tun. Die Bereitschaft und der Mut, sich für eine bestimmte Lösung zu entscheiden und diese Entscheidung dann gemeinsam zu verantworten, charakterisiert ebenfalls ein gut funktionierendes Team. Es agiert selbsttätig und ist aus sich heraus motiviert. Wählen Sie für Ihr Team deshalb Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, die nicht nur geführt werden wollen, sondern auch gewohnt sind, eigeninitiativ, eine Sache in die Hand zu nehmen.

Fazit: Entscheidend für den Teamgedanken ist die systematische Beteiligung aller betroffenen Teammitglieder. So gelingt es am ehesten, dass die Mitglieder es zulassen, ihre persönlichen und beruflichen Ressourcen und Potenziale (Fähigkeiten und Fertigkeiten) in das Team einzubringen und gemeinsam erzielte Erfolge ebenso hoch zu schätzen wie sonst individuell erzielte. Und nur wenn das gelingt, ist ein Team wirklich ein Team.

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