19.08.2019

Steuerrecht aktuell

Bußgelder bei fehlerhafter Kassenführung

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Ab dem 1.1.2020 kann es bei der Kassennachschau richtig teuer werden. Stellt der Prüfer eine fehlerhafte Kassenführung fest, kann er dies mit einem Bußgeld von 25.000 Euro sanktionieren. Viele Kassenprüfungen führen schon heute zu Steuernachzahlungen. In Zukunft kann noch ein Bußgeld hinzukommen, dass zum 1.1.2020 von 5.000 auf 25.000 Euro heraufgesetzt wird. Wird bei Testkäufen, Testessen, bei Beobachtungen oder bei der Prüfung der Kassenbons eine fehlerhafte Kassenführung festgestellt, kann das Bußgeld verhängt werden. Allerdings muss der Prüfer durch Kassenbons, Fotos, Zeugenbefragung Beweise liefern. Verdeckte Videoaufnahmen sind auch als Nachweis zulässig. Werden bei einer erneuten Prüfung wieder Mängel entdeckt, kann das Bußgeld wieder neu verhängt werden.

GoBD 2019

Seit 2015 gibt es die GoBD, die geltenden Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff. Sie gelten für alle Unternehmer/innen und Selbstständige und regeln vor allem die Unveränderbarkeit der steuer- und handelsrechtlichen Belege und Aufzeichnungen.

Das Bundesministerium für Finanzen hat aktuell die wichtigsten Neuerungen der GoBD 2019 vorgestellt: Die GoBD sollen nun an die technischen Entwicklungen angepasst werden:  

  • Fotografieren statt Scannen: Die Digitalisierung von Belegen durch das Fotografieren mit mobilen Endgeräten ist erlaubt. Das ist auch im Ausland zulässig.
  • Konvertierung in Inhouse-Formaten: Belege dürfen in unternehmenseigenen Formaten (sog. Inhouse-Formate) archiviert werden. Die Ursprungsversion muss nicht vorliegen.
  • Cloudsysteme: Sie werden in die GoBD einbezogen und sind zulässig, sofern sie den steuerrechtlichen Vorschriften entsprechen. 
  • Verfahrensdokumentation: Die Verfahren müssen so dokumentiert werden, dass ein Dritter Änderungen für die Dauer des Aufbewahrungszeitraums nachvollziehen kann.  

Fahrtenbuch zeitnah führen

Wer einen Dienstwagen auch für private Zwecke nutzen darf, muss den geldwerten Vorteil aus der Privatnutzung versteuern. Das geschieht entweder nach der 1-Prozent-Methode, die zwar einfach, aber oftmals vergleichsweise teuer ist, oder nach der Fahrtenbuchmethode, die zwar aufwendiger, jedoch günstiger ist. Zur Vereinfachung kann auch ein elektronisches Fahrtenbuch genutzt werden. Das wird vom Finanzamt aber nur akzeptiert, wenn es zeitnah geführt und nachträglich nicht geändert werden kann. In einem aktuellen Fall hatte ein angestellter Geschäftsführer die Fahrten über ein elektronisches Fahrtenbuch aufgeführt. Bei einer Steuerprüfung fiel auf, dass die Kilometerstände der Werkstattrechnungen von denen laut Fahrtenbuch abwichen. Der Prüfer verwarf das Fahrtenbuch und setzte die 1-Prozent-Methode an, da der Geschäftsführer nicht nachweisen konnte, dass er immer zeitnah sämtliche Daten in das Fahrtenbuch eingegeben hatte. 

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