Entscheidungen wohlüberlegt treffen

Aktionskompetenz

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In schwierigen Situationen gehen manche Menschen offensiv nach vorne. Damit übernehmen sie Führung und die Verantwortung für sich selbst, aber auch für andere. Das sind die "Gestalter". Und dann gibt es noch diejenigen, die Angst haben, die Situation zu ändern und die Entscheidung anderen überlassen. Zwischen diesen beiden Rollen müssen Sie sich tagtäglich im Berufsleben entscheiden. Unter „agieren“ ist nun nicht blinder Aktionismus zu verstehen. Überlegtes Formen, Entwickeln und Einsetzen der eigenen Möglichkeiten bringt Sie dagegen an Ihr Ziel. Aktionskompetenz lässt sich lernen - proben Sie den Perspektivenwechsel!

  • Entscheiden bedeutet, sich von Möglichkeiten zu trennen. Auf der Grundlage einer unzureichenden Wissensbasis müssen Sie Schlüsse ziehen und Risiken abwägen. Hier trennen sich oft die Wege, in die der aktiven Gestalter und die der passiven Aushalter. Ob das nun an der Zusammensetzung der Botenstoffe im Hirn wie Dopamin und Serotonin liegt, an genetischer Veranlagung oder soziologischen Einflüssen wie der Erziehung, ist noch nicht eindeutig geklärt. Für Sie ist das auch gar nicht so erheblich, weil Sie Entscheidungsfreude und Entschlusskraft zu einem großen Teil auch trainieren können.
  • Dabei müssen Sie sich nicht zum "Super-Gestalter" entwickeln, denn auch hier liegen Schwächen: Sehr starke Gestalter werden von Ehrgeiz, Machthunger, Gier und Sucht nach Anerkennung angetrieben. Sie sind oft rücksichtslos gegen sich und andere, ungeduldig und unachtsam. Zudem zeigen sie sich auch verletzlich: Als ausgeprägter Gewinnertyp sind sie auf den Erfolg angewiesen. Bleibt dieser aus, stürzt der Gestalter schnell in Selbstzweifel.
  • Der "Aushalter" - oder politisch „Aussitzer“ - ist häufig gesellschaftlich sehr erfolgreich, beliebt und diplomatisch geschickt. Den absoluten Gestaltungswillen ersetzt er durch Anpassungswillen. Doch das kann zu einer Lähmung, zu Mitläufertum und Versagensangst führen. Diese Tatenlosigkeit resultiert oft aus der Angst vor negativen Konsequenzen. Dagegen gibt es ein ganz einfaches Gedankenspiel: "Was würden Sie tun, wenn Ihnen der Erfolg für Ihr Handeln garantiert wäre. Wenn es nicht schief gehen könnte?" Mit dieser Sicherheit "im Nacken" definieren sich Ziele - auch große - auf einmal sehr leicht. Brechen Sie Ihr Ziel in Teilschritte auf und hinterlegen Sie diese mit einem Zeitplan.
  • Der "Gestalter" kennt seine Ziele genau, will aber oft zu viel, zu schnell und gleichzeitig. Damit gefährdet er sowohl seinen Erfolg als auch seine Beziehung zu anderen Menschen. Auf dem entschiedenen Weg der positiven Veränderungen vom passiven Reagierer zum kraftvollen Agierer gibt es immer wieder die Zwischen-Schritte des Innehaltens und der Bilanzierung. Notieren Sie die ersten - und dann folgenden - positiven Erfahrungen, die Sie seit Beginn Ihres persönlichen Neuanfangs gemacht haben. Bestärken Sie sich damit immer wieder Ihrer Aktionskompetenz. Agieren bedeutet nicht, in blinden Aktionismus auszubrechen, sondern seine Möglichkeiten aktiv zur Erreichung des gesetzten Zieles zu formen, zu entwickeln und einzusetzen.

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