Steuern aktuell

Rückwirkende Rechnungsberichtigung

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Der EuGH und der BFH haben bereits vor vier Jahren entschieden, dass nicht ordnungsmäße Rechnungen unter bestimmten Voraussetzungen rückwirkend berichtigt werden können, ohne den Vorsteuerabzug zu gefährden. Nun hat auch die Finanzverwaltung dazu Stellung genommen und den Umsatzsteuer-Anwendungserlass entsprechend angepasst:  

  • Ein Vorsteuerabzug setzt eine ordnungsgemäße Rechnung voraus.
  • In Ausnahmen kann von einer ordnungsgemäßen Rechnung abgesehen werden, wenn z. B. die Angaben zum leistenden Unternehmer oder zum Leistungsempfänger ungenau (z. B. falsche Rechtsform), aber grundsätzlich zutreffend sind, so dass eine Verwechselung ausgeschlossen werden kann.
  • Eine Rechnung kann mit Wirkung für die Vergangenheit durch Stornierung und neuer Rechnungsstellung berichtigt werden.
  • Zeitpunkt des Vorsteuerabzugs bei einer rückwirkenden Rechnungsberichtigung gilt zwingend.

BMF-Schreiben v. 18.9.2020

Degressive Abschreibung wieder möglich

Mit dem zweiten Corona-Steuerhilfegesetz können bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, wie zum Beispiel Maschinen oder Autos, die in den Wirtschaftsjahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden, wieder degressiv abgeschrieben werden. Die Bundesregierung möchte Unternehmen damit zusätzliche Anreize für Investitionen bieten und die Wirtschaft ankurbeln. Der Abschreibungssatz beträgt das 2,5 fache der linearen Afa, maximal jedoch 25 Prozent. Unternehmen können somit wieder zwischen der linearen (gleichhohe Raten über die gesamte Laufzeit) und der degressiven Abschreibung (die höheren Raten sinken in den Folgejahren) entscheiden. Die Anwendung der degressiven Afa ist für Wirtschaftsgüter mit einer längeren Nutzungsdauer sinnvoll, da ein großer Teil des Aufwands in die ersten Jahre vorgelagert wird. Der Steuerspareffekt setzt aber voraus, dass Unternehmen einen Gewinn ausweisen, was im Corona-Jahr 2020 für viele schwierig sein dürfte. Unabhängig von der Neuerung gilt nach wie vor das Wahlrecht der Sofortabschreibung in voller Höhe für geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten höchstens 800 Euro netto betragen.  

Elektronische Rechnungsstellung für öffentliche Aufträge

Ab dem 27.11.2020 müssen alle Rechnungen für öffentliche Aufträge in Deutschland und Europa elektronisch ausgestellt werden. Zur Umsetzung wurde das Datenaustauschformat XRechnung entwickelt. Daneben können in der Wirtschaft bereits etablierte Datenaustauschformate wie ZUGFeRD verwendet werden, sofern sie den Anforderungen entsprechen. Ausgenommen von der Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung sind Aufträge bis zu einem Wert von 1.000 Euro ohne Umsatzsteuer.

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