Unterstützung für Soloselbstständige

Neustarthilfe

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Viele Soloselbstständige und Kleinstbetriebe fühlten sich in den vergangenen Monaten von der Politik im Stich gelassen. Die Corona-Soforthilfen waren für die Fixkosten gedacht, um damit Miete und Strom zu bezahlen. Aber der Unternehmerlohn wurde nicht berücksichtigt. Die Bundesregierung hat jetzt nachgebessert.

Wer ist berechtigt?

Soloselbstständige können im Rahmen der Überbrückungshilfe III statt einer Einzelerstattung von Fixkosten eine einmalige Betriebskostenpauschale („Neustarthilfe“) ansetzen, wenn sie in der Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 Corona-bedingt Umsatzausfälle erleiden. Die Neustarthilfe wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Sie kann von den Soloselbstständigen seit dem 16.02.2021 direkt selbst beantragt werden. Die Antragsfrist endet am 31.08.2021.

Antragsberechtigt sind Personen, die

  • ihre selbstständige Tätigkeit im Haupterwerb ausüben,
  • diese vor dem 1. Mai 2020 aufgenommen haben,
  • weniger als einen (Vollzeit-) Mitarbeitenden beschäftigen,
  • bei einem deutschen Finanzamt registriert sind,
  • zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren,
  • keinen Antrag auf Überbrückungshilfe III gestellt haben.

Förderung

Die Neustarthilfe gilt für den Förderzeitraum Januar bis Juni 2021. Sie beträgt einmalig 50 Prozent eines sechsmonatigen Referenzumsatzes, maximal 7.500 Euro. Beispiel: Ein Musiklehrer hat im Jahr 2019 insgesamt 30.000 Euro verdient. Der Referenzumsatz beträgt 15.000 Euro. Als einmaliger Vorschuss werden 7.500 Euro gezahlt, den der Musiklehrer behalten kann, sofern sein Umsatz zwischen Januar und Juni 2021 um mehr als 60 Prozent eingebrochen ist (weniger als 6.000 Euro).

Am Ende des Förderzeitraums muss eine Endabrechnung bis zum 31.12.2021 erstellt werden. Falls der Umsatzeinbruch weniger stark ausgefallen ist, müssen die Vorschusszahlungen anteilig zurückgezahlt werden. Sollten die Geschäfte doch besser laufen als gedacht und der Umsatzrückgang maximal 10 Prozent betragen, dann muss die Neustarthilfe komplett zurückgezahlt werden.

Sonderregelung für darstellende Künstler

Für die Darstellenden Künste gibt es eine Sonderregelung. Da Schauspieler und Künstler häufig nur kurze Engagements oder befristete Verträge haben, sind sie in einer ähnlichen Situation wie die Soloselbstständigen. Wenn Theater und Bühnen im Lockdown sind, bleiben Aufträge aus. Betroffene Künstler, die über kurze Beschäftigungsverhältnisse von einer Dauer bis zu 14 zusammenhängenden Wochen sowie unständige Beschäftigungsverhältnisse mit einer Dauer von bis zu sieben aufeinanderfolgenden Kalendertage können bei der Neustarthilfe berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass die Künstler im Januar 2021 weder Kurzarbeiter- noch Arbeitslosengeld bezogen haben.

Neustart oder Überbrückungshilfe

Soloselbstständige können unter bestimmten Voraussetzungen auch die Überbrückungshilfe in Anspruch nehmen. Da beide Programme nicht gleichzeitig in Anspruch genommen werden können, sollte vorab geprüft werden, welches Förderprogramm günstiger ist.

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