Der Boom verzögert sich

Corona-Update

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Die produzierenden Mittelständler und Konzerne sorgen derzeit dafür, dass die wirtschaftlichen Corona-Auswirkungen noch nicht so stark sind wie in anderen Ländern. Die kontaktstarken Branchen Tourismus, Gastgewerbe, große Teile des Einzelhandels und Kultur leider dagegen weiterhin. Der von Ökonomen angekündigte Boom scheint sich durch die erneute Lockdown-Verschärfung vermutlich bis Ende April zu verschieben.

Konjunktur

Deutschlands Ökonomen erwarten durch die weitere Öffnungsverzögerungen einen moderaten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes zwischen 2,5 und 3 Prozent. 2022 soll dann der Boom mit höheren Wachstumsraten von bis zu 5 Prozent beginnen. Von der Corona-Krise sind die Bundesländer unterschiedlich stark betroffen. Das regionale BIP sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2020 in Bremen mit - 7 Prozent am stärksten. Länder wie Saarland (-6,7 %), Hamburg (-5,8 %), Hessen (-5,6 %), Bayern (-5,5 %) und Baden-Württemberg (-5,5 %) liegen über dem Bundeschnitt von - 5 Prozent, alle anderen Bundesländer liegen darunter.

Verschuldung

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat die Neuverschuldung 2021 in einem Nachtragshaushalt um 60,4 Mrd. Euro erhöht. Damit liegt die gesamte Kreditaufnahme 2021 nun bei 240 Mrd. Euro. Die Gesamtausgaben sind im Bundeshaushalt 2021 mit 548 Mrd. Euro veranschlagt. Die Gesamtverschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden liegt damit bei rund 2,4 Billionen Euro. Hinzu kommt eine Schattenverschuldung z. B. für Beamtenpensionen von geschätzten 3 Billionen Euro. Sollte der EU-Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Mrd. Euro, dessen finale Zustimmung in Deutschland durch das Bundesverfassungsgericht vorerst gestoppt ist, kommen, erhöhen sich die deutschen Verschuldungsrisiken weiter.

Was noch wichtig ist

  • Fördermittel: Die Bundesregierung und die Länder haben ihre Corona-Hilfen für Härtefälle nochmals verbessert. Die Härtefallhilfe ergänzt die bisherigen Hilfen für Unternehmen. Bei der Unterstützung haben die Länder einen Ermessensspielraum.
  • Kreditversicherung: Ende Juni läuft die Vereinbarung der Kreditversicherer mit der Bundesregierung aus. Der Bund sichert Warenkreditversicherungen durch eine Garantie im Volumen von 30 Mrd. Euro ab. Eine Verlängerung dieser wichtigen Regelung zur Verhinderung von Forderungsausfällen scheint im Moment nicht angestrebt zu sein.
  • Spareinlagen: Wie die Bundesbank jüngst berichtete, haben sich die Spareinlagen in Deutschland 2020 um 182 Mrd. Euro auf nunmehr 1,73 Mrd. Euro erhöht. Damit hat sich ein großes Potenzial angestaut, um einerseits die Konjunktur durch einen verstärkten Konsum nach dem Lockdown anzukurbeln. Andererseits wächst dann die Inflationsgefahr, weil die Gütermenge durch Lieferengpässe nicht  in gleichem Maße wächst.
  • Investitionen: Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren schon zu wenig investiert. Durch die Corona-Krise wachsen die Unsicherheit und Zurückhaltung weiter. Eine wichtige Investorenrolle wird daher dem Staat zukommen. Für 2021 sind daher rund 70 Mrd. Euro allein im Bundeshaushalt für Investitionen vorgesehen.

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