7-Punkte-Plan

Bonität verbessern

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Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist die Corona-Krise ein echter Stresstest. In Windeseile mussten neue Geschäftsmodelle entwickelt und die Kosten an rückläufige Umsätze angepasst werden. Unternehmen sollten sich jetzt strategisch auf die Zeit nach der Pandemie vorbereiten, denn in Zukunft werden die Banken und Geschäftspartner noch mehr auf die Bonität achten.

Angespannte Wirtschaft

Trotz der vielen Lockerungen ist die wirtschaftliche Lage sehr angespannt. Immer häufiger wird über gestörte Lieferketten berichtet. Die Aussichten verdüstern sich vor allem für die bislang gut durch die Krise gekommenen Handwerker, Bauunternehmen und Produktionsbetriebe. Viele Rohstoffe und Materialien sind seit dem Frühjahr nicht mehr lieferbar bzw. nur zu hohen Preisen. Vielen Unternehmen droht der Stillstand ihrer Produktionen, wenn Baumaterialien, Metalle, Kunststoffe und vor allem Halbleiter für die Automobilindustrie fehlen. Das strapaziert die Liquidität und bedroht die Existenz.

Verzögerte Insolvenzen

Die Creditreform hat bei einer Auswertung von 26.000 Jahresabschlüssen festgestellt, dass sich jedes siebte Unternehmen bereits vor der Corona-Krise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand. Jedes fünfte Unternehmen wies 2019 eine niedrige Gewinnmarge aus. Eine denkbar schlechte Ausgangsbasis für die derzeitige Krisenlage. Durch die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht ist die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zu 2020 zurückgegangen. Doch das echte wirtschaftliche Ausmaß der Pandemie wird sich zeigen, wenn die Fördermaßnahmen in den nächsten Monaten auslaufen. Eine Insolvenzwelle ist in den nächsten Monaten zu erwarten, die auch in das Jahr 2022 überschwappen dürfte.

Bonität wird beleuchtet

Die Konsequenz wird sein, dass Banken noch genauer die Bonität ihrer Kreditnehmer beleuchten, um ihre Kreditportfolios nicht zu stark zu belasten. Auch Lieferanten werden genau prüfen, welchen Kunden sie Zahlungsziele einräumen und wen sie nur noch per Vorkasse beliefern. Dazu werden sie auch auf Bonitätsauskünfte von Wirtschaftsauskunfteien wie Creditreform zurückgreifen.

7 Tipps zur Bonitätsverbesserung

  • Nehmen Sie regelmäßig, mindestens einmal pro Jahr Kontakt zu einer Auskunftei auf. Fordern Sie eine Selbstauskunft an. Fehler sollten Sie direkt korrigieren.
  • Sprechen Sie frühzeitig und offen mit Ihrer Bank, wenn Sie in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Gemeinsam mit Ihrer Bank können Sie Lösungen erarbeiten und Probleme rechtzeitig aus dem Weg schaffen. Ehrlichkeit schafft Vertrauen.
  • Aktualisieren Sie selbst oder mit Hilfe Ihres Steuerberaters regelmäßig Ihre Geschäftszahlen und informieren Sie Ihre Kreditgeber über Ihre aktuelle wirtschaftliche Situation.
  • Bauen Sie ein aussagefähiges Controlling auf mit einer Umsatz- und Ertragsplanung, die laufend angepasst wird. Betriebswirtschaftliche Auswertungen sind die Grundlage für jede Bank für eine Kreditentscheidung.
  • Prüfen Sie selbst die Bonität Ihrer Kunden, indem Sie Wirtschaftsauskünfte einholen.
  • Professionalisieren Sie Ihr Forderungsmanagement und sorgen Sie dafür, dass Ihre Kunden pünktlich bezahlen.
  • Bezahlen Sie pünktlich Ihre eigenen Rechnungen. Eine kurze Kreditorenlaufzeit hat Einfluss auf das Rating und verbessert das Verhältnis zu den Lieferanten. Das kann langfristig zu besseren Konditionen führen. Schöpfen Sie Skonti aus.

Jeder Unternehmer sollte spätestens jetzt den Fokus auf die Verbesserung der Bonität richten. Cash is king – das gilt in Krisenzeiten umso mehr.  

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