Verlängerung der Wirtschaftshilfen

Corona-Update

© auremar- fotolia.com

Durch Corona belastete Unternehmen können weiterhin auf Wirtschaftshilfen hoffen. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Überbrückungshilfe bis zum 31.03.2022 zu verlängern. Ursprünglich sollte sie zum 31.12.2021 auslaufen. Auch die Neustarthilfe für Soloselbstständige und der vereinfachte Zugang zum Kurzarbeitergeld werden verlängert.

Corona-Hilfen wurden wenig nachgefragt

Olaf Scholz stellte den Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als eine Billion Euro an Corona-Hilfen in Aussicht. Doch die Mittel wurden viel seltener beantragt als gedacht. Nach Berechnungen des Handelsblatts wurden von den Überbrückungshilfen nur 64 Prozent abgerufen. Von den 82 Mrd. Euro stehen noch 30 Mrd. Euro bereit. Noch deutlicher ist der Unterschied bei dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), der aufgelegt wurde, um von der Corona-Krise betroffene Konzerne zu unterstützen. Das Volumen betrug 600 Mio. Euro. Bisher haben nur 21 Unternehmen Gelder erhalten. Zu den bekannten Unternehmen gehören Galeria Kaufhof Karstadt und die Lufthansa, die allerdings einen Großteil wieder zurückgezahlt hat. An KfW-Hilfen wurden bisher 54,4 Mrd. Euro ausgezahlt. Auch hier liegt die Beantragung unter den Erwartungen.

Insgesamt stehen noch 621 Mrd. Euro an Staatshilfen bereit. Die Gründe, weshalb die Fördertöpfe nicht ausgeschöpft wurden, sind vielfältig. Vielen Kleinunternehmen war nach Erkenntnissen einiger Studien die Antragstellung über die Steuerberater zu kompliziert und die Förderbedingungen im Kleingedruckten nicht ganz geheuer. Allerdings sind bislang viele Unternehmen auch besser als erwartet durch die Krise gekommen. 

Verlängerung bis 31.03.2022

Nun spitzt sich die Lage wieder zu. Angesichts der aktuellen Corona-Situation wird die Regierung die Wirtschaftshilfen um drei Monate verlängern.   

  • Überbrückungshilfe: Sie ist das zentrale Kriseninstrument, um die wirtschaftlichen Folgen für die Unternehmen abzufedern. Bei einem corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent mit dem Vergleichsmonat aus 2019 werden den Unternehmen anteilig Fixkosten erstattet. Die Förderung ist gestaffelt nach Höhe des Umsatzeinbruchs.  
  • Neustarthilfe: Sie unterstützt gezielt Soloselbstständige, die aufgrund fehlender Fixkosten keine Überbrückungshilfe beantragen können. Die Förderung wurde im Juli 2021 auf 1.500 Euro (vorher: 1.250 Euro) pro Monat erhöht.
  • Kurzarbeitergeld: Es hat sich als wirksames Instrument zum Erhalt von Arbeitsplätzen erwiesen. Daher hat die Bundesregierung die Sonderregelungen für den Bezug des Kurzarbeitergeldes um drei Monate bis zum 31.03.2022 verlängert. Im November 2021 befanden sich 751.000 Beschäftigte in Kurzarbeit, wie aus dem Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Damit ist die Inanspruchnahme weiter rückläufig. Der höchste Stand mit 6 Mio. wurde im April 2020 erreicht. 

Geschäftsklima sinkt

Der Ifo-Geschäftsklimaindex, Deutschlands wichtigstes Konjunkturbarometer, ist im November 2021 zum fünften Mal in Folge gesunken. Probleme bereiten die Lieferengpässe, die u. a. in der Automobilindustrie zu Produktionsstillständen führen. Auch die steigende Inflation, die mit 6 Prozent den höchsten Wert seit 30 Jahren erreicht hat, sowie die vierte Corona-Welle dämpfen die Aussichten. Das Geschäftsklima verschlechtert sich in allen Wirtschaftszweigen. Der Dienstleistungsbereich ist besonders betroffen.

Krisenmodus verlassen

Das Ifo-Institut prognostiziert für 2021 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent. Für 2022 hat es seine jüngste Prognose gesenkt und erwartet einen Zusachs von nur 3,7 statt 4,8 Prozent. Ab 2023 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder das Normalniveau erreichen.

copyright hoga-professional.de

Unser Partner

Auch interessant

Emotionale Bilderwelten

Professionelle Fotos für Websites

Haus jetzt verkaufen oder halten?

Boomender Immobilienmarkt