Wenn der Körper digital wird

Internet of Bodies

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Nach dem Internet der Dinge (Internet of Things; IoT), worunter man smarte Geräte und Maschinen versteht, kommt nun das Internet der Körper (Internet of Bodies, IoB). Die Anfänge sind mit den am Körper tragbaren Geräten wie der Apple Watch gemacht. Doch in der nahen Zukunft erwarten uns noch weitere körpernahe Technologien, die einen erschauern lassen können. Hier ein kurzer Überblick.

Die 5 IoB-Stufen 

  1. Tragbare Geräte: In der ersten Stufe befindet sich alles Digitale, das man außen am Körper trägt. Dazu gehören alle Smartphones, Fitness-Tracker, Smartwatches, Kontaktlinsen und Kleidungsstücke, die mit smarten Textilien ausgestattet sind. Mit diesen Geräten können Schritte, Herzfrequenz, Schlafmuster, Augenflüssigkeit, Blutzuckerspiegel und auch der Alkoholgehalt im Körper gemessen werden. Viele lassen sich freiwillig überwachen, um ihren Körper in Form zu bringen.
  2. Exoskelette: Auch außen am Körper, aber dafür mit dem Körper verbunden, befinden sich smarte Prothesen als Hand-, Arm-, Bein- und Fußersatz. Sie sind über Leitungen mit dem Nervensystem verbunden. Träger solcher Prothesen sind im Extremfall halb Mensch, halb Roboter. In Deutschland ist z. B. Ottobock ein führender Anbieter solcher Lösungen.
  3. Körperinterne Geräte: Zu dieser Kategorie gehören z.B. Herzschrittmacher, die in der neuen Generation Daten in Echtzeit liefern, Cochlea Implantate und digitale Pillen, die ihre Wirkstoffe wohldosiert im Körper abgeben.
  4. Eingebettete Technologien: Dazu gehören Chips und NFC-Implantate, die z. B. von Unternehmen wie I am Robot aus Dortmund unter die Haut gespritzt werden, und der große Komplex der Brain-Machine-Interfaces (BMI), auf dem sich Elon Musk mit seinem Unternehmen Neuralink tummelt. Dabei geht es um die Schaffung einer Schnittstelle zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern, um etwa psychische Krankheiten zu heilen und Geräte mit Gedanken zu steuern. Dystopisch wird es, wenn auch Gedanken gelesen und verändert werden können.
  5. Menschliche Datenleitungen: Microsoft hat sich kürzlich in den USA eine Technologie patentieren lassen (US6754472B1), bei der die menschliche Haut als Datenleitung fungiert und externe Geräte auch mit Strom versorgen kann (Energy Harvesting). Mit der Ausnutzung des Widerstands wäre die Haut auch als Tastatur brauchbar, Datenbrillen als Monitor und Ohrringe als Lautsprecher.

Disruption im Gesundheitswesen

Das Internet der Körper, Medizinroboter und Künstliche Intelligenz werden die Medizinbranche radikal verändern. Hinzu kommen die Möglichkeiten der Genomveränderungen mit Hilfe der Genschere CrispR. Diagnosen und invasive Operationen werden maschinell schneller und besser möglich sein als es die erfahrensten Ärzte je könnten. Ein ganzer Berufsstand könnte überflüssig werden, wenn KI-Bots auch viel einfühlsamer und zeitlich unbegrenzt Patientengespräche führen können. Überhaupt werden Gesundheitsdaten das nächste Megageschäft. Die digitale Patientenakte verbunden mit einer persönlichen ID wird bald kommen. Auch werden Tarife von Krankenversicherungen dann individuell und in Echtzeit je nach Gesundheitszustand gestaltbar sein.

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