Erfolgsfaktoren für den Mittelstand

Unternehmensnachfolge im Gastgewerbe

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Von den 150.000 Unternehmensnachfolgen, die nach Angaben des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) bis 2022 in Deutschland anstehen, betreffen viele das Gastgewerbe. Betriebsübergaben sind dort ein sensibles Thema. Hoteliers und Gastronomen befürchten Spekulationen und das Ausbleiben von Stammgästen. Doch noch schlimmer sind ungeklärte Nachfolgesituationen, vor allem wenn es gesundheitlich oder unfallbedingt zum plötzlichen Ausfall der Seniorbetreiber kommt. Höchste Zeit also, sich mit den strategischen, rechtlichen und finanziellen Aspekten der eigenen Betriebsnachfolge frühzeitig zu beschäftigen.

Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge

Zunächst ist zu entscheiden, ob eine Nachfolge innerhalb der Familie oder über externe Lösungen erfolgen soll. Wenn Kinder oder andere Familienangehörige da sind, müssen die auch nachfolgen wollen und können. Wichtig ist daher ein möglichst früher Beginn der Nachfolgesuche und ein offener und ehrlicher Umgang damit in der Familie. Die eigene Nachfolge frühzeitig zu initiieren, fällt vielen schwer. Das Thema ist meist stark emotional besetzt. Es geht schließlich um das eigene Lebenswerk. Senioren müssen final auch loslassen und sich eine neue Lebensaufgabe suchen. Wer sich nicht vollständig aus dem Geschäft verabschieden will, kann dem Familienunternehmen z. B. noch als Beirat verbunden bleiben.

Beginn der Nachfolgesuche

Von der Konzeption bis zur Übertragung können drei bis zehn Jahre vergehen. Die konkrete operative Überleitung sollte mindestens 12 Monate vorher beginnen. Daher ist ein Beginn der Nachfolgeplanung im Alter von rund 50 Jahren zu empfehlen. Dann ist noch genügend Zeit, um auch mögliche erbrechtliche und steuerliche Gestaltungsspielräume auszunutzen.

Strategische Nachfolgeoptionen

Generell gibt es zwei Modelle. Beim sogenannten Kronprinzenmodell wird nur eine Person aus dem Familienkreis nachfolgen. Beim Textilhersteller Trigema zum Beispiel verfolgt der Inhaber Wolfgang Grupp offenbar dieses Prinzip. Er lässt seine beiden Kinder in führenden Positionen im Unternehmen in einer Art Wettbewerb arbeiten und entscheidet sich dann in nächster Zeit für die aus seiner Sicht beste Lösung. Die nicht zum Zuge kommenden Familienangehörigen sollten dann finanziell anderweitig entschädigt werden. Beim sogenannten Stammesprinzip werden dagegen alle relevanten Familienzweige sinnvoll eingebunden. Es gibt auch viele Lösungen in den Zwischenbereichen. Auch Stiftungen können eine Wahl sein.

Externe Nachfolgelösungen

Etwa in 50 Prozent aller Nachfolgefälle gibt es externe Lösungen. So können geeignete Führungskräfte aus dem Unternehmen, die auch das Vertrauen der Firmeninhaber genießen, in einem Management-Buy-Out (MBO) oder Externe in einem Management-Buy-In (MBI) die Nachfolge antreten. Ist auch das nicht möglich, bietet sich der Verkauf des Unternehmens an Wettbewerber oder Investoren an.

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