07.11.2018

Lohnen sich Social Media noch?

Facebook, Instagram & Co.

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In Deutschland sollen 90 % der Internutzer in sozialen Medien unterwegs sein. Facebook hat in Deutschland nach Recherchen des Experten Christian Buggisch rund 30 Mio. Nutzer, gefolgt von Instagram (17 Mio.), XING (13 Mio.), Pinterest (4 Mio.) und Twitter (1,8 Mio.). Social Media haben somit eine gewaltige Medienmacht. Aber lohnt sich Social-Media-Marketing für Unternehmen eigentlich?

Geschäftsmodelle im Wandel

Vor wenigen Jahren noch reichte es aus, eine Unternehmensseite auf Facebook zu haben und für interessante und humorvolle Veröffentlichungen (Postings) zu sorgen, die dann durch die News-Feeds der eigenen Fans liefen. War der eigene Fan-Kreis groß und lasen die Fans auch regelmäßig ihre News, dann war der kostenlose Werbeeffekt groß, vor allem über den Multiplikatoreffekt des Likens. Die Zeiten haben sich leider geändert. Klassische Postings von Unternehmen werden in den Fan-Feeds kaum noch sichtbar. Facebook möchte Anzeigen verkaufen. Facebook ist somit zu einem klassischen Anzeigen-Medium geworden, in dem Sie Ihre Zielgruppen jedoch nach Interessen und Regionen präzise erreichen können. Die anderen Netzwerke folgen dieser Strategie allmählich. Kostenlos ist out.

Personalmarketing

Wenn Sie zukünftig regelmäßig jüngere Mitarbeiter/innen rekrutieren müssen, dann ist eine Social-Media-Seite, auf der Sie sich als innovativer und attraktiver Arbeitgeber präsentieren, sinnvoll, wenn Sie Zeit und ein Budget zur Pflege haben. Der Kampf um gute Fach- und Führungskräfte wird in den nächsten Jahren zunehmen. Wirksames Personalmarketing ist dann gefragt.

Absatzmarketing

Aus Absatzsicht ist Facebook & Co. nur für Unternehmen interessant, die eher jüngere Privatkunden als Zielgruppe haben und zwei Kriterien genügen: Kunden haben eine hohe emotionale Bindung und nutzen Angebote regelmäßig.

  • Hohe Facebook-Relevanz: Fußballvereine wie Bayern München oder der BVB sowie Stars sind z. B. prädestiniert für eine Facebook-Seite. Sie haben z. T. Millionen Fans mit regelmäßiger Nutzung und extremer emotionaler Bindung. In abgeschwächter Form gilt das auch für Anbieter von Kultprodukten wie Porsche, Harley Davidson oder regionale Szene-Discotheken.
  • Niedrige Facebook-Relevanz: Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken sind z. B. Unternehmen und Dienstleister, die man lieber gar nicht sehen will, erst recht nicht auf Facebook & Co. Für diese Gruppe bieten sich allenfalls Themenkanäle an, die wiederum Emotionalität und Regelmäßigkeit hervorrufen.
  • Mittlere Facebook-Relevanz: Hotels, Restaurants, Gartencenter, Boutiquen, Sportgeschäfte, Fitnessstudios und Handwerker, um nur einige Beispiele zu nennen, haben Kunden, die je nach persönlicher Neigung eher eine mittlere Verbundenheit und Produktnutzung aufweisen. Eine Facebook-Seite kann für Unternehmen aus solchen Branchen in Einzelfällen sinnvoll sein. Die Erwartungshaltung sollte jedoch nicht zu hoch angesetzt sein. Viele bekannte Marken, die dieser dritten Kategorie zuzuordnen sind, investieren viel Geld, um die Facebook-Seiten zu beleben.

Social Media sind marketingrelevant, aber nicht für alle in gleicher Weise.

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