Stimmungen, Ausblick, Herausforderungen

Gastgewerbe 2023

In wenigen Tagen geht das Jahr 2022 zu Ende. Es war das dritte Krisenjahr hintereinander, aber es war seit dem Frühjahr anders als die Monate zuvor. Während 2020, 2021 und das erste Quartal 2022 noch von den Maßnahmen der Corona-Pandemie bestimmt waren, hat uns seit März eine veritable Wirtschaftskrise im Griff. Die Inflation liegt über 10 Prozent, die Energiepreise explodieren und die Rezession verstärkt sich. Daher ist es gut am Jahresende zu fragen, wie die Stimmung, der Ausblick und die Herausforderungen im Gastgewerbe sind.

Aktuelle Stimmungen

Das HOX-Panel der Zeitschrift AHGZ liefert hierzu interessante Ergebnisse.

  • Geschäftsrelevante Beeinträchtigungen: 76 Prozent der befragten Entscheider aus dem Gastgewerbe haben die Energiekosten als sehr beeinträchtigend für das Geschäftsjahr 2022 empfunden. Die Werte der anderen Negativ-Faktoren sind: Lebensmittelpreise (83 Prozent), Personalmangel (70 Prozent), Mindestlohnanstieg (52 Prozent), Pandemie (44 Prozent), Lieferkettenprobleme (48 Prozent) und Nachfrageänderungen (40 Prozent).
  • Veränderungen im Gästeverhalten: Bei dieser Frage liegt mit 70 Prozent die zunehmende Kurzfristigkeit der Buchungen vorne, gefolgt von „schleppendes Weihnachtsgeschäft“ (45 Prozent), „steigende Qualitätsanforderungen“ (44 Prozent), „Preisbewusstsein“ (42 Prozent), „Stornierungen“ (30 Prozent) und „rückläufige Stammgästefrequenz“ (27 Prozent).

Ausblick

  • Nach den Ergebnissen des HOX-Panels sehen rund 90 Prozent die Entwicklung der Inflation und der Energiepreise 2023 als sehr kritisch und kritisch, gefolgt von Personalknappheit (76 Prozent“, Lieferkettenstörungen (46 Prozent) und Nachfragewandel (60 Prozent).
  • Diese eher pessimistische Erwartungshaltung wird durch die meisten Studien der Wirtschaftsforschungsinstitute gestützt. Für 2023 wird mit einer anhaltenden Stagflation (gleichzeitige Inflation und Rezession) in Deutschland und der EU gerechnet.

Herausforderungen

Für Hoteliers und Gastronomen ergeben sich daraus folgende Herausforderungen.

  • Inflation und Energiepreise: Oberste Priorität hat die Weitergabe der Preissteigerungen an die Gäste. Das erfordert Mut, gute Begründungen und eine psychologische Verpackung. Auch müssen alle Hebel zur Kostensenkung in Gang gesetzt werden, auch wenn sie zuerst Investitionen z. B. in die Digitalisierung und autarke Energieversorgung erfordern.
  • Lieferkettenprobleme: Um nicht in einen Mangel zu laufen, füllen viele ihre Vorratskammern auf und suchen nach alternativen Lieferanten.
  • Personalmangel: Viele gehen den Weg, Öffnungszeiten und Services zu reduzieren. Sinnvoller wären neue Rekrutierungswege mit Qualifizierungsprogrammen, noch besser gute Konditionen in Form von Geld, Arbeitszeiten und Extras, um qualifiziertes Personal zu binden.
  • Nachfragerückgang: Wenn die Nachfrage schrumpft, kommt es zu Verteilungskämpfen unter den Hotels und Restaurants. Professionalisieren Sie daher Ihr Markenkonzept, Alleinstellungsmerkmal, Online-Vertrieb und Ihre Gästebindung.

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