Für die Gastronomie und Hotellerie sind vor allem Haftpflicht‑, Sach‑ und Ertragsabsicherungen sowie Rechtsschutz und Personalthemen wichtig. Entscheidend ist ein stimmiges und ganzheitliches Versicherungskonzept.
Kernpolicen für jeden Betrieb
Betriebshaftpflicht: Deckt Personen‑, Sach‑ und daraus folgende Vermögensschäden ab (z.B. Verbrühungen, Stürze, beschädigtes Eigentum von Gästen). Empfehlenswert sind Deckungssummen von mindestens 5, eher 10 Mio. Euro, inkl. Mitversicherung von Catering, Lieferdiensten, Veranstaltungen und Saisonbetrieb.
Inhalts‑/Inventarversicherung: Schützt Einrichtung, Technik, Waren und Vorräte gegen Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl, Sturm/Hagel und optional Elementargefahren. Wichtig sind korrekte Versicherungssummen (Neuwert!), Mitversicherung von Außenmöblierung, Kühlwaren und bargeldführenden Bereichen.
Ertragsausfall/Betriebsunterbrechung: Erstattet fortlaufende Kosten und entgangenen Gewinn nach Sachschaden (z.B. Brand, Wasserschaden, Einbruch). Achten Sie auf realistische Haftzeit (oft 12 Monate zu kurz), klare Definition der fixen Kosten und Kombination mit der Inhalts‑ bzw. Gebäudeversicherung.
Branchenspezifische Bausteine
Kühlgut- und Warenversicherung: Sichert Verderb durch Ausfall von Kühlanlagen ab – in Gastro und Hotellerie mit Buffet‑/Frühstücksbereichen besonders relevant. Wichtig sind kurze Selbstbehaltzeiten und klare Regelungen zu Stromausfall und Bedienfehlern.
Glas‑ und Elektronikversicherung: Für Restaurants mit großen Fensterfronten, Bars, Front‑Cooking und Hotels mit umfangreicher IT‑ und Kassentechnik. Prüfen Sie, ob auch Leuchtreklamen, Küchengeräte und Kassensysteme einbezogen sind.
Cyberversicherung: Deckt u.a. Hackerangriffe auf Kassensysteme, Online‑Buchungsportale oder Hotel‑PMS inklusive Kosten für IT‑Forensik und Betriebsunterbrechung. Wichtig sind Meldefristen, Anforderungen an IT‑Sicherheit und Abdeckung von Bußgeldern nur im rechtlich zulässigen Rahmen.
Recht, Personal und Sozialversicherungen
Firmenrechtsschutz: Unterstützt bei Streitigkeiten rund um Arbeitsrecht, Mietrecht, behördliche Kontrollen (Hygiene, Lebensmittelrecht, Verbraucherinformationsgesetz), Marken‑/Urheberrecht. Achten Sie auf Verwaltungs‑Rechtsschutz im Verkehrs‑ und Ordnungswidrigkeitenbereich sowie auf ausreichende Deckung für außergerichtliche Tätigkeit.
Gruppen‑Unfall und Berufsunfähigkeit: Für Schlüsselkräfte (Küche, Direktion, Serviceleitung) kann eine kollektive Absicherung Fluktuations‑ und Ausfallrisiken reduzieren. Gestaltung als Benefit kann zugleich Arbeitgeberattraktivität steigern.
Unternehmerische Absicherung: Kranken‑ und ggf. Berufsunfähigkeitsversicherung des Inhabers sind integraler Teil des Risikokonzepts, da der Betrieb häufig stark an der Person hängt.
Strategische Entscheidungsfaktoren
Risikoanalyse statt Produktkauf: Prozesse (Küche, Nacht‑Betrieb, Veranstaltungen, Wellness) systematisch aufnehmen, Worst‑Case‑Szenarien durchspielen, dann Deckungsumfang definieren.
Bedingungen, Ausschlüsse, Schnittstellen: Besondere Aufmerksamkeit für Gastronomie‑typische Ausschlüsse (z.B. Allergenfehler, Sublieferanten, Lieferdienste, Bau‑/Umbauphasen). Kombination von Gebäude‑, Inhalts‑ und Ertragsausfalldeckung möglichst aus einer Hand, um Deckungslücken zu vermeiden.
Professionelles Markt-Screening: Qualifizierte Makler mit Branchenfokus nutzen, Benchmarks zu Prämien und Leistungen einholen und Tarife mit aktuellen Branchen‑Ratings vergleichen. Vertragswerk regelmäßig (mind. alle 2–3 Jahre) an Umsatz, Konzeptwechsel und Rechtslage anpassen


