Hintergrundmusik in der Gastronomie

Die richtige Musikauswahl treffen

Die passende Musik zu finden, ist für Restaurants, Cafés und Bars eine echte Herausforderung. Die Auswahl ist riesig, und es gibt viele Fehlerquellen. Musik kann die Atmosphäre deutlich aufwerten. Sie kann sie aber auch zerstören. 

Laut der Studie von Musikwissenschaftler Christoph Reuter ist schlechte, unpassende oder zu laute Musik der meistgenannte Grund, ein Lokal früher zu verlassen. Ob Musik läuft, ist weniger wichtig als die Frage, ob sie passt. Dezente Hintergrundmusik überdeckt Geräusche wie Besteckklappern oder Gespräche am Nebentisch und macht den Raum wohnlicher. 

Musik passend zum Konzept wählen

Nicht Ihr persönlicher Geschmack zählt, sondern was zu Ihrem Betrieb und Ihren Gästen passt. Musik ist Teil der Einrichtung und sollte Ihr Konzept unterstreichen.

  • Klassik wirkt edel und passt zu gehobenen Restaurants. In einem Weingeschäft griffen Kunden bei klassischer Musik zu teureren Weinen als bei Popmusik. 
  • Pop wirkt lebhaft und zugänglich, aber weniger exklusiv.
  • Jazz und Lounge gelten als stilvoll und passen zu Bars und Clubs.
  • Folk und Volksmusik wirken rustikal und gesellig.

Musik weckt auch Assoziationen: In einem bekannten Supermarkt-Experiment verkaufte sich französischer Wein besser, wenn französische Musik lief, und deutscher Wein bei deutscher Musik. Kaum ein Kunde bemerkte diesen Einfluss. Für ein italienisches oder spanisches Restaurant ist passende Länderstimmung also mehr als Dekoration.

Zielgruppe beachten

Wer ein junges Publikum anspricht, liegt mit aktueller Pop- und R'n'B-Musik meist richtig. Für älteres oder anspruchsvolleres Publikum eignen sich Jazz, Lounge, Klassik oder Evergreens. Ein Genre, das alle mögen, gibt es nicht. Als kleinsten gemeinsamen Nenner nennt Reuter Evergreens und Popmusik. 

Die richtige Lautstärke

Im Restaurant sollte die Musik dezent im Hintergrund laufen, sodass sich die Gäste in normaler Lautstärke unterhalten können. In einer Bar darf es lauter sein, Gespräche müssen aber möglich bleiben. Zu laute Musik ist einer der häufigsten Gründe, warum Gäste früher gehen.

Tempo gezielt einsetzen

Das Tempo beeinflusst, wie schnell Gäste essen und wie lange sie bleiben. In einem Feldversuch von Ronald Milliman (1986) blieben Gäste bei langsamer Musik (höchstens rund 72 Schläge pro Minute) länger als bei schneller Musik (ab etwa 94 Schläge pro Minute). Sie bestellten dabei mehr Getränke, für Speisen gaben sie aber nicht mehr aus. Daraus folgt: Ruhige Musik eignet sich für entspannte Abende mit Getränkeumsatz. Etwas schnellere Musik kann zur Mittagszeit helfen, Tische schneller wieder zu besetzen. 

Musik an die Tageszeit anpassen

Zum Frühstück passt andere Musik als zum Abendessen. Profis planen über den Tag hinweg einen Spannungsbogen: abends an der Bar etwa Swing, ruhiger beim Essen, später etwas schneller und lauter, kurz vor Feierabend wieder zurückgenommen. 

Lizenzen nicht vergessen

Hintergrundmusik in Gasträumen gilt rechtlich als öffentliche Wiedergabe und muss vor dem ersten Abspielen bei der GEMA angemeldet werden. Die Kosten richten sich nach Raumgröße und Art der Nutzung. 2026 kostet Musik von Tonträgern in einem Raum bis 100 m² im Jahresvertrag 295 Euro netto, für bis zu 200 m² sind es 590 Euro. Mitglieder eines Verbands, der einen Gesamtvertrag mit der GEMA hat, etwa ein Branchenverband, erhalten 20 Prozent Nachlass. Private Streaming-Abos sind laut den Nutzungsbedingungen der großen Anbieter in der Regel nur für den privaten Gebrauch erlaubt. Für den Betrieb eignen sich deshalb Musikdienste für Gewerbekunden oder GEMA-freie Musik. 

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