Mitarbeitervertrauen

Schlüssel für Erfolg und lange Zusammenarbeit

iStock, JLco - Julia Amaral

Viele Unternehmen reden von „New Work“ und „digitaler Transformation“, führen sich intern aber noch auf wie in der Stempelkarten-Ära. Misstrauen, Mikromanagement und versteckte Kontrolle kosten heute mehr Leistungsträger als jeder Headhunter. Wer seine Mitarbeiter/innen überwacht, statt ihnen zu vertrauen, sabotiert Innovation, Tempo und Loyalität – und scheitert am Ende nicht an der Technologie, sondern an der eigenen Führung.

Die stille Vertrauenskrise in Unternehmen

Die aktuelle Datenlage ist ernüchternd: Nur noch ein kleiner Teil der Beschäftigten fühlt sich emotional an seinen Arbeitgeber gebunden, während „Dienst nach Vorschrift“ neue Höchststände erreicht. Diese Vertrauenskrise ist kein weiches Kulturthema, sondern ein knallharter Produktivitäts- und Kostenfaktor. Wo Menschen ihrem Management nicht trauen, investieren sie weniger Energie, bleiben kürzer im Unternehmen und blockieren Veränderungen passiv-aggressiv. Das ist gerade jetzt in Zeiten von globalen Krisen, Stagnation und Digitalisierung fatal.

Unternehmen, in denen Führung Vertrauen aktiv aufbaut, berichten dagegen von höherer Veränderungsbereitschaft und deutlich schnelleren Umsetzungszyklen. Dort diskutiert man offen über Sorgen, statt sie in den Flurfunk und Chatgruppen abwandern zu lassen, und schafft psychologische Sicherheit, in der Fragen und Kritik erlaubt sind. Vertrauen ist damit der Engpassfaktor, an dem viele Transformationsprojekte aktuell scheitern – nicht die fehlende „Digitalstrategie“.

Für ein erfolgreiches Arbeiten ist gegenseitiges Vertrauen zwischen Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unerlässlich. Vertrauen ist auch der Schlüssel für den notwendigen digitalen Wandel in Unternehmen und sollte zentraler Bestandteil einer modernen Führungs- und Unternehmenskultur sein. Es lohnt sich in vertrauensbildende Maßnahmen am Arbeitsplatz zu investieren, wobei Führungskräfte immer mit gutem Beispiel vorangehen sollten.

Ihr Vertrauenskonto

Menschen vertrauen einander, wenn sie sich eine Weile kennen und keine schlechten Erfahrungen miteinander gemacht haben. Oft wird bereits nach kurzer Zeit ein Vertrauensvorschuss gegeben. Von einem Konto kann man allerdings nur dann etwas abheben, wenn zuvor darauf eingezahlt wurde.

Sie zahlen auf Ihr Vertrauenskonto ein, wenn Sie

  • Ihre Mitarbeiter ehrlich und umfassend über alle Dinge informieren, die zu ihrem Tätigkeitsbereich gehören,
  • sich für die persönlichen Probleme Ihrer Mitarbeiter/innen die Zeit zum Zuhören nehmen,
  • sich auch ohne besondere Anlässe für Ihre Mitarbeiter/innen einsetzen,
  • grundlegende Entscheidungen möglichst erst mit ihnen besprechen,
  • offen für die Kritik an Ihrer Person sind,
  • sich mit Vorschlägen, Anregungen und Fragen auseinandersetzen, auch wenn sie zunächst unwichtig erscheinen,
  • es Ihren Mitarbeitern selbst überlassen, wie sie eine Arbeitsaufgabe erledigen,
  • Fehler unter vier Augen ohne Schuldzuweisungen besprechen,
  • im Gespräch höflich und fair bleiben und Kritik Dritter an einem Mitarbeiter zunächst überprüfen,
  • Versprechen und Zusagen wie abgesprochen einhalten.

Sie heben von Ihrem Vertrauenskontoab, wenn Sie Versprechen und Karrierezusicherungen nicht einhalten, Ihre eigenen Interessen rücksichtslos durchsetzen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu wenig Rückendeckung geben.

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